Donnerstag, 9. Juli 2009

Einmal westliche Zinne und zurück bitte!




Um den schlechten Wetter einmal zu entkommen, ein paar Klettermeter zu ergattern (was sich bei diesem sch. Wetter als schwierig erweist!), die Lücke im Baustress zu füllen oder um einfach einmal die Zinnen zu besichtigen, beschlossen die zwei lustigen Gefährten Guijoe und le Leeon die Gelegenheit beim Schopf zu packen und traten vergangenen Mittwoch eine Reise zu den Zinnen an.








Dort angekommen begrüßte uns strömender Regen der im Laufe des Abends in Gipfelnähe in Schnee überging. Nach einer kurzen Nacht die durch Guidos Lachatacken versüßt wurde, vibrierte uns Guidos Handy um halb 5 aus dem Schlaf. Nach längeren hin und her und vor allem aufgrund "guter Worte" (Stichwort Chicken Out Variante) unserer Mitstreiter entschieden wir uns für die Route "Alpenliebe" welche auf die westlich Zinne führt und sich im oberen 7. Franzosengrad bewegt. Frisch und munter stiegen wir dann bei 3 Grad in die Nordwand ein. Die Tour stellte sich als echter Geheimtipp heraus! Steile ausgesetzte Kletterei an Leisten und Löchern ließen unsere Klettererherzen höher schlagen. Der ein oder andere Runout holte uns dann wieder aus unseren Höhenflug runter. An dieser Stelle sei noch einmal ein Dank an Huber Tom auszusprechen der uns die Griffe teils markiert zurücklies.






Nach 13 Seillängen mit einem mächtigen Pump in unseren Unterarmen legte sich die Wand endlich etwas zurück. Am Gipfelband angekommen gestaltete sich der weitere Routenverlauf als nicht nachvollziehbar. Da wir keinen Stand mehr fanden und auch sonstige Hilfsmittel (Haken usw.) entdeckten, folgten wir dem Verlauf des Bandes und suchten uns den Weg nach unten.
Das ein improvisierter Abstieg in den Dolomiten sich immer als Abenteuer gestaltet muss man hier nicht wirklich erwähnen.




Beim Auto angekommen stürzten wir uns erstmal über unsere Jause und den tiefgekühlten Radler ( die Kälte hat auch seine guten Seiten). Um den Tag zu vollenden schleppten wir uns noch in eine Pizzaria die uns dann den Rest gab.


Um dem nächsten Tag schwung zu geben benötigten wir einiges an Zeit (ob es am Ei auf der Pizza lag wird sich erst in den kommenden Tagen herausstellen). Mein Blick in Guidos Visage und zu den tief wolkenverhangenen Bergen ließen mich (uns) zu dem Entschluß kommen die Heimreise anzutreten. Alles in Allem hat es sich auf jeden Fall ausgezahlt und wir werden wieder kommen ;-)






Donnerstag, 2. Juli 2009

Allein am Hörnli..

Das grottenschlechte Wetter der vergangenen Wochen und eine durchaus passable Wetterprognosse für das Schweizer Wallis lockte uns, die Hechenberger-Buam und den allseits bekannten Hone, in das besagte Land des Käse, der Toblerone und der Fränkli, genauer gesagt an den "schönsten Berg der Welt", das Matterhorn (4477m).
Nach einer nächtlichen Autofahrt begannen die Fränklis zu fließen: Parkgebühr, Zug nach Zermatt, Frühstück in Zermatt (bei McDonalds, aber auch der hat da heftige Preise), Bähnli zum Schwarzee, aber was tut man bzw. zahlt man nicht alles für so einen Anblick! Majestätisch steht es vor uns das Hörnli, nur eine kleine Wolkenfahne verdeckt den Gipfel. Unseren ursprünglichen Plan, den Zmuttgrat, haben wir gleich mal verworfen, zu viel Schnee ist noch am nordwestlich gerichteten Grat. Also beschließen wir, den "Normalweg" über den Hörnligrat anzugehen, und hofften auf nicht allzu viele Weggefährten am Seil der Schweizer Bergführer.
Auf der Hörnlihütte angekommen war die Überraschung riesengroß und irgendwie kaum zu glauben: Wir sind die einzigen da oben! Für ein paar wenige Fränklis checken wir ein und genießen den restlichen Nachmittag, eine Dose Bier und eine Flasche Sprite um 14 Franken dürfen da natürlich nicht fehlen. Auch zum Auschecken des ersten Teils unseres Zieles bleibt noch Zeit, und siehe da, es stimmt einfach was alle sagen: Schwer zu finden das Ganze! Ein abendliches Gewitter kann uns die Stimmung auch nicht vermiesen, die Prognose für den morgigen Tag verspricht super Wetter.
Nach einem ausgiebigen Abendessen begeben wir uns mit einem Bauchmuskelkater (beim Essen wars ziemlich lustig) ins eiskalte Lager, und wenige Stunden später scheppert der Wecker. Der Strom wurde uns natürlich abgeschalten, ist ja klar, bei solch billigen Nächtigungspreisen müssen die ein wenig aufs Geld schauen, und so mussten das Frühstück und der Morgenschiss im Schein der Stirnlampen vollbracht werden. Vollmotiviert starten wir ins Abenteuer, trotz der Erkundung vom letzten Tag schlagen wir einige Male den falschen Weg ein, bei Einbruch der Morgendämmerung sind wir schon weit oben, und etwas später erleben wir einen eindruckvollen Sonnenaufgang, die Walliser Bergwelt zeigt sich von der besten Seite. Kurz unter der Solvayhütte zeigen sich die Reste des Winters: Schneefelder, eisüberzogene Felsen, also raus mit den Steigeisen (bis zum Gipfel sind wir die Dinger auch nicht mehr losgeworden). Die Fixseile oberhalb der Schulter verlangen einiges an Armkraft, und das Firnfeld vor dem Gipfel ist nicht zu unterschätzen. Und plötzlich stehen wir oben, bei bester Fernsicht und vor allem aber mutterseelenallein. Die Gipfelfreuden dauern nicht lange, wenige Minuten später beginnen Wolken aufzuziehen, welche uns während des Abstiegs weiterverfolgten. Auch Donnergrollen war zu hören, gott sei Dank blieben wir davon verschont. Der Abstieg hatte es ganz schön in sich, vor allem die von der Sonne aufgeweichten Schneereste waren heikel, das ständige Klettern mit Steigeisen ging schönlangsam in die Unterschenkel.
Am Nachmittag trafen wir wieder auf der Hütte ein, und die letzte Talfahrt mit der Gondel ging sich auch noch aus. Alles in allem eine durchgehend anspruchsvolle (eigentlich fast kein Gehgelände), lange (ca. 1300Hm, Kletterlänge noch viel mehr) und vollste Konzentration erfordernde Tour auf einen eindrucksvollen Gipfel, und wir durften das Ganze ohne Trubel und Stress erleben.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Ackerlspitze "Berglerweg"



Eine im wahrsten Sinne des Wortes "kaiserliche" Wetterprognose und ein unbändiger Drang nach so wirklich alpinem Gelände führte uns (Lisi K., Simon B. und Christian H.) letztes Wochenende an den Fuss der mächtigen, 800 Meter hohen Ackerlspitz-Südwand. Unser Ziel war der selten begangene "Berglerweg", mit Schwierigkeiten bis 6 zwar nicht allzu schwer, aber: Faktoren wie Länge, teils fragliche Gesteinsqualität, spärliche Absicherung und nicht all zu leichte Routenfindung machen das Ganze zu einer anspruchsvollen alpinen Unternehmung.

Gleich zu Beginn gab's auch schon ein unvorhergesehenes, hoffentlich auch ungewolltes Ereignis: Die über Jahrtausende andauernde Ruhe und Seßhaftigkeit eines Steins der Kategorie ">3 Kilo" fand, hervorgerufen durch die unendliche Armkraft des Simon B., ein jähes Ende. Der Stein trat die Reise nach unten an, und nach 15m stellte sich ihm dabei ein unschuldiger, wehrloser Christian H. in die Quere. Dass ließ sich der erboste Stein natürlich nicht gefallen und bescherte oben genannten Christian H. :
1) einen ordentlichen Schock
2) eine ordentliche Schramme inkl. Schwellung an der Schulter
3) mögliche, bleibende Folgeschäden physischer sowie psychischer Natur

Des weiteren wurde auch die noch unschuldigere und wehrlosere Lisi K. voll in die Misere geritten: Aufgrund des Schocks und eines Selbst-Checks von Christian H. musste Lisi K. ihr obligates Standgelunze abbrechen und die Sicherungsmaßnahmen für den Verursacher des Desasters, Simon B. übernehmen. Danke Simon!
Nichts desto trotz klettern wir weiter, stets in "landschafltich eindrucksvoller Umgebung", meist auf nicht bombenfesten Gestein, ganz frei nach dem Motto "das Gesamterlebnis zählt". Brüchig, dreckig und so manch andere Gesteinseigenschaft die das Kletterherz eben gar nicht jauchzen lässt wechselt sich ab mit "schöner Kletterei in bestem Fels", der Spass kommt auch nicht zu kurz, Stände werden gebaut, Seillängen zusammengehängt und Steine losgetreten - das tägliche Brot bzw. der Alltag des Alpinkletterers sozusagen.

Am Rebitschfinger vorbeikletternd gelangen wir auf den Grat Richtung Gipfel, noch eine Steilstufe mit wunderbaren, ganz schön knackigen Seillängen und der Weg zur Ackerlspitz ist frei. Nach einer ausgiebigen Gipfelrast und einer teils zum Schmunzeln anregenden Gipfelbuchlektüre treten wir die "Talfahrt" an. So ein Tag macht natürlich hungrig, was wäre da also passender als ein gesundes, energie- und kalorienspendendes Menü beim McDonalds....

Mittwoch, 13. Mai 2009

Termine Sommer 09


Es ist ja allseits bekannt, dass der Altersschnitt der Jungmannschaft in beängstigend hohe Dimensionen fortgeschritten ist. Wenn das so weitergeht, wirds uns nicht mehr allzu lange geben. Und irgendwer soll ja mal unser fettes Jungmannschafts-Sparbuch erben.

Um diesen Alterschnitt wieder in Bereiche zu bringen, welche das Prädikat "JUNGmannschaft" verdienen, wären jetzt die vielen jungen Kletterer und -innen gefragt, welche ja fortlaufend in den Klettergärten der Umgebung anzutreffen sind und somit, zumindest allem Anschein nach, dem Kletter- und Bergsport nicht ganz abgeneigt sind.

Auch wenn jemand noch nicht so fit in Fels, Eis und Schnee ist, mit solch kompetenten und erfahrenen (weil alten) Noch-Jungmannschaftsmitgliedern wie uns ist dies ohne größere Probleme zu erlernen. Eins sollte ergänzend dazugesagt werden: Der Spass, das Beisammensein und die Alpengaudi stehen natürlich klar im Vordergrund!

Das Programm für diesen Sommer (natürlich gehen wir auch sonst klettern, nicht nur zu unten genannten Terminen, und auch spontanen Anregungen zu diversen Aktionen oder Wochenendfahrten sind wir keinesfalls abgeneigt):

Sonnwendfeuerbrennen auf Regalpturm, Regalpspitz, Hochgrubach - Sa, 20.06.
Wochenende auf der Wildangerhütte: Gemütliches Beisammensein und zünftige Koasatouren / 08. - 09.08.
Alpinklettern Chamonix/Mont Blanc-Gebiet: ca 4-5 Tage Ende August / Termin wird noch bekanntgegeben
Alpinklettern Dolomiten: ein Wochenende im September / Termin und genaueres Ziel werden noch bekanntgegeben
Sportklettern in Ceredo: Italienisches Spitzenklettergebiet in der Nähe von Arco / 24. - 26.10.

Für nähere Infos bitte bei Hias oder Hechei melden (unsere Telefonnummern wollen wir aus Angst vor Stalkern hier nicht veröffentlichen)

Montag, 6. April 2009

Skitouren im Monte Rosa-Gebiet








Am Donnerstag, 02.04.09 um 01:00 in der Nacht machte sich eine schlag(bzw. trink-) kräftige 12-köpfige Truppe unter der Leitung des allseits bekannten, ehemaligen Jungmannschaftsmitglieds (jetzt Altmannschaft) Hone auf den Weg Richtung Westen. Das geographische Ziel der Reise war das Monte-Rosa Gebiet, das wissenschaftliche Ziel war es, die Höhentauglichkeit unter Berücksichtigung gewisser Störfaktoren (Alkohol,…) von Jungmannschaftsmitgliedern zu testen. Die Versuchsobjekte der Jungmannschaft (Hias, Hone, Bombi, kloa-Hechei, Chris, Stoffl, Andi, Hechei) wurden hierbei durch ihren Begleittrupp (Klaus, Christian, Robi und Andreas D.) unterstützt.


Der Begleittrupp stellte in selbstloser Manier die fahrbaren Untersätze, und somit bildeten sich die Teams „VW-Busei“ mit Chaffeur Andreas D., „Sharan“ mit Klaus, und „Kleinwagen“ mit Christian. Nach 7-stündiger Fahrt erreichen wir Alagna, unseren Talort, die Enttäuschung über den strömenden Regen ist vorerst natürlich riesengroß. Doch nach einem Cappuchino und hervorragenden Paninis im Dorf-Cafe steigt die Motivation, vielleicht ist’s ja oben schöner, oder evt. wird’s sogar besser am Nachmittag, und somit zahlen wir die geradezu läppischen 18€ und lassen uns bequem per Bahn nach oben schaukeln. Dort angekommen lächelt uns die Bergstations-Buffet-Dame etwas schelmisch an und die Enttäuschung ist dann nochmal größer: Sicht gleich null, ½ Meter Neuschnee und Wind, keine optimalen Bedingungen also für den Hüttenzustieg, und nach diversen Snacks und etwas Rotwein treten wir schweren Herzens die Talfahrt an (irgendwann ereilte uns das dumpfe Gefühl, dass die nette Dame vom Buffet von Anfang an wusste, dass das heute nichts wird). Den angebrochenen Tag wussten wir gut auszunützen, bei noch mehr Panini, Rotwein und Bier. Eine luxuriöse Bleibe für die Nacht inklusive Hotelbar war auch gleich gefunden, und somit verlagerten sich die Aktivitäten in Richtung Hotelbar, diese wurden von den Meisten unter uns zu später Stunde, aber voooollllkommen nüchtern verlassen. Der Regen prasselte immer noch in Strömen auf uns nieder, einige dachten schon an die Heimreise.


Doch es kommt halt immer anders (in diesem Fall sogar im positiven Sinne): Am Freitagmorgen hörte es zu regnen auf, und die Wolken machten den erten blauen Flecken platz. Also gings mit schweren Köpfen nochmals per Bahn nach oben, und dem Zustieg zur Hütte stand nichts mehr im Wege. Schwer beladen meisterten wir die 1000Hm zu unserer Bleibe, der Mantova-Hütte. Oben angekommen wurde der unnütze Ballast verstaut und kurz gerastet, und mit deutlich leichteren Rucksäcken aber auch schon etwas schwereren Beinen peilten wir die Vinzent-Pyramide (4215m) an. Die 700Hm dorthin hattens ganz schön in sich, doch am späten Nachmittag erreichten Hias, Andi, Andi D., Klaus, Christian, Hone, Robi und Hechei den höchsten Punkt. Ein gewaltiges Panorama und eine Abfahrt im fast unverspurten Pulverschnee ließen unsere Herzen höher schlagen, und nach einem ausgiebigen Abendessen und abenteuerlichen Toiletten-Manövern (auf Grund des Hüttenumbaus war nur eine, etwas verstopfte Toilette vorhanden) im näheren Umkreis der Hütte gings in die Kojen, und nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht (auf diesem Weg möchten sich Hone und Hechei nochmals bei Andreas D. für die musikalische Umrahmung während der Nacht bedanken) starteten alle frisch und munter in einen strahlend-blauen Tag.



Bombi, kloa-Hechei und Chris bestiegen die Vinzent-Pyramide (4215m), das Balmenhorn (4167m) und die Parrotspitze (4436m). Der Rest der Gruppe erklomm die Zumsteinspitze (4563m), die Signalkuppe (4554m), die Parrotspitze (4436m), die Ludwigshöhe (4342m) und das Balmenhorn (4167m). Nach einer abermals stark staubenden Abfahrt treffen wir uns auf der Mantova-Hütte und genießen die letzten Sonnenstrahlen. Die zweite Nacht verlief weitaus erholsamer, die musikalische Umrahmung (Schnarchen) des Andreas D. hielt sich diesmal in Grenzen. Unser letzter Tag begrüßt uns vorerst mal mit Nebel und leichtem Schneefall, was uns zu dem verhängnisvollen Entschluss führt, die Abfahrt ins Tal anzutreten. Im Tal angekommen, zeigt sich das Wetter aber wieder von seiner besten Seite, der Blick nach oben lässt bei dem einen oder anderen etwas Unmut über die voreilige Entscheidung aufkommen. So traten wir also zu Mittag die Heimreise an, und im Großen und Ganzen war dann doch jeder mit den vorangeganen 2 Tagen zufrieden und das vielseite Wochenende im Monte-Rosa-Massiv wird allen in bester Erinnerung bleiben.






Samstag, 28. März 2009

VISIONEN reloaded

So, es ist vollbracht! Gestern ist unser zweiter Vortrag erfolgreich über die Bühne gegangen. Knapp 600 Besucher füllten den Kaisersaal bis auf den letzten Platz!

Es war sicher wieder ein ganz besonderes Erlebnis für uns, eine Herrausforderung der anderen Art (mal nicht am Berg, sondern im Tal).

Wir möchten uns auf diesem Wege bei all den Besuchern bedanken, vor allem für die vielen Lobworte und das durch die Bank positive Feedback!

Nach dem Vortrag wars noch nicht vorbei, die Bar wurde regelrecht gestürmt, was ziemlich sicher auf die großteils weibliche Besetzung des Barteams zurückzuführen ist.

Und wer weiss, vielleicht setzt sich wieder die eine oder andere VISION in unsere Köpfe, und es gibt in den nächsten Jahren eine Fortsetzung.................................................................................

Freitag, 9. Januar 2009

VISIONEN reloaded

Am Freitag, 27.03.2009 um 19:30 ist's wieder soweit: Simon, Hias und Hechei geben ihren zweiten Multivisions-Vortrag im Kaisersaal / St. Johann in Tirol zum Besten. Nach dem Erfolg - vor allem aber auf Grund des durchwegs positiven Feedbacks der Besucher - unseres ersten Vortrags "VISIONEN" im März 2007 war uns allen sofort klar: Wir machen wieder einen! Die Arbeiten dazu laufen bereits auf Hochtouren - Videos schnippeln, Fotos sortieren usw.......

Gezeigt werden Fotos und Videos von unseren Erlebnissen im windigen Patagonien, von sonnigen Bigwalls und Rissklettereien im kalifornischen Yosemite Valley, von harten Zügen beim Sportklettern am Schleier Wasserfall und beim Deep Water Soloing in Mallorca, von alpinen Wänden aus Fels und Eis in der Schweiz, den Dolomiten und im geliebten Koasa, vom senkrechten Tanz im gefrorenen Wasser, dem Eisklettern, von pulvrigen Schitouren und zu guter Letzt vom wunderbaren Spiel mit der Balance, dem Highlinen.

Aber überzeugt euch am Besten selbst und schaut vorbei am 27.03.2009! Anbei, zum "glustig" machen, der Trailer zu "VISIONEN reloaded".


video

Donnerstag, 8. Januar 2009

Kaiserliches Winter-Gmurgs

Hechei’s 25. Geburtstag war heuer der Anlass einer netten, rassigen Koasa-Skitour (ehrlich gesagt auf Grund der Schneeverhältnisse eher ein kaiserliches Wintergmurgs, aber was solls, es zählt ja das Gesamterlebnis) mit hochprominentem Starterfeld: Hias alias Leal, Simon alias NepNep, Bombi alias Bueno und kloa Hechei alias s’Briadal und dem Geburtstags-Hechei alias Rechei. Gestartet wurde auf der Wochenbrunneralm, über feinsten Harsch, der so manch einen von uns zum Ausziehen der Schi und Stapfen zwang (selber schuld, das nächste mal Harscheisen mitnehmen) geht’s Richtung Goinger Scharte, eine heikle Abkletterpassage in der zur Scharte führenden Rinne und etliche „Herrlich“ bzw. „na kod bärig“- Rufe später stehen wir am ersten Ziel unserer Runde. Abfellen, Helm auf, a bissl essen und trinken, und schon geht’s wieder weiter. Die Abfahrt ins Griesner Kar gestaltete sich auf Grund des extrem harten Schnees als gar nicht so genüßlich wie erwartet, aber wie bereits erwähnt: Das Gesamterlebnis zählt. An der Abzweigung zum Weg Richtung Stripsenjoch angekommen heißt’s wieder auffellen und rauf auf’s Stripsenjoch. Auch hier müssen die Schi wieder auf den Rucksack gepackt werden, himmehargottszeitnnachamoina. Nach einer anständigen Jause und der obligatorischen Zigarette vom Bombi fahren, nein murgsen wir, über den immer noch beschissenen Schnee in Richtung Kaisertal ab, der Steig in Richtung Hoher Winkel ist im Winter und bei leichter Vereisung gar nicht mehr so leicht wie er im Sommer scheint. Doch auch dies kann 5 hochmotivierte, zu allem entschlossenen Jungmännes und Bergretter nicht aufhalten, und kurze Zeit später kleben die Felle wieder auf den Schiern und wir steigen unter der Totenkirchl-Westwand in Richtung Kopftörl auf. Der Tag geht langsam zur Neige,das Licht der Abendonne gibt der Umgebung etwas Besonderes. Die letzten Meter hinauf ins Kopftörl haben’s noch mal in sich, steil und im pickelharten Schnee geht’s hinauf. Im Kopftörl angekommen empfängt uns ein eisiger Wind und eine imposante Stimmung, die Sonne steht schon sehr tief, höchste Zeit, dass wir runterkommen. Der Steig runter vom Kopftörl gestaltet sich als äußerst heikel, Steigeisen wären bei diesen Bedingungen eine große Hilfe. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir das Ende des heiklen Geländes und cruisen (murgsen) im Schutz der Dunkelheit runter zur Gruttenhütte und wieder zurück zur Wochenbrunneralm, wo ein gebührender Tagesausklang bei einer kleinen Stärkung, einigen Bieren und den üblichen Gesprächen stattfindet.

Eisklettern KANDERSTEG

Sozusagen als „Jahresausklang“ begaben sich Simon und Hechei vom 27.-30.12.2008 ins Mekka des Eiskletter-Europas, dort wo Eisgeräte und Steigeisen an Bäumen wachsen und unzählige Eisfälle die ankommenden Eispilger in ihren Bann ziehen, wo sich das Leben für kurze Augenblicke auf das Wesentliche konzentriert: EIS!!!

Die Rede ist natürlich von Kandersteg im Berner Oberland / CH. Nach einer langen, aber dank voll intaktem (bis zu diesem Zeitpunkt) Jungmannschafts-Mobil recht angenehmen, Anreise erreichen wir am 27.12. nachmittags dieses wunderbare Fleckchen Erde, und nach erfolgter Eindeckung mit lebensnotwendigen Grundnahrungsmitteln (Wurst, Käse, Speck, Brot, Chips und Bier) und einschlägiger Führerliteratur geht’s auch schon zur Sache! Das Topgebiet Oeschinenwald lockt mit dutzenden Eisfällen und einem sehr kurzen Zustieg. Oben angekommen, verwundert uns erstmal die Anzahl der sich herumtummelnden Eiskletterer, soviele Gestalten mit Steigeisen an den Füßen und Mordwaffen in den Händen auf einem Haufen haben wir noch nie gesehen. Die Wahl des ersten Eisfalls fällt nicht schwer, das „Rattenpissoir“ mit Schwierigkeiten bis WI5+ ladet richtiggehend zum Beklettern ein. Gesagt, getan geht’s froh und munter ans Werk, doch nach der ersten geklettereten Seillänge ergibt sich auch schon die erste Panne: Eine Klinge von Hecheis Eisgeräten (zumindest der vordere, spitze und zum sicheren Klettern sehr vorteilhafte Teil) verabschiedet sich ins Eis, für den ersten Tag ist erst mal aus mit Eis. Dem (Eiskletter)Gott sei Dank gibt’s in Kandersteg ein gut sortiertes Sportgeschäft, welches auch Eispickel verleiht.

Nach einem angenehmen Abend mit Fress-Orgien im Bett in unserer überaus sympatischen Pension (Vater, Mutter, Tochter, alle aus Innsbruck) geht’s tags darauf in aller Herrgottsfrüh wieder rauf in den Oeschinenwald. Temperaturen jenseits der 0°-Grenze lassen unserer Bärte (ja, sogar Simons Bart wird bei solchen Temperaturen sichtbar) einfrieren.

Laut Thermometer des bis dahin noch immer intaktem Jungmannschaftsmobils beläuft sich die Temperatur auf klirrende -19°C. Wenn man jedoch ständig in Bewegung bleibt, ist auch dies zu verkraften. Das Ausziehen der Handschuhe ist auf jeden Fall tunlichst zu vermeiden, da daraus ein sofort auftretender, sehr schmerzhafter Oanegl resultiert. „Aufgewärmt“ wird im Klassiker „Arbonium“, WI 5-, traumhaftes, steiles Eis führt über 2 Seillängen zum oberen Stock, wo wir noch die 2 knackigen Längen von „Pingu“, WI5+ dranhängen. Das Eis ist trotz der tiefen Temperaturen super zu klettern, die Kälte spüren wir mittlerweile gar nicht mehr. 4 klassische Eiskletter-Abseilmanöver später (Staudn-Gmurgs usw.) stehen wir wieder am Einstieg, wir haben noch einige Stunden Tageslicht und beschließen, noch was dranzuhängen. Der imposanten Linie der „Haizähne“, WI 5+/6- kann man nach einmaligen Hinblicken kaum mehr Wiederstehen. Nach einer moderaten ersten Seillänge geht’ richtig zur Sache: 2 lange Seillängen durchwegs im senkrechten Eis kletternd sucht man sich einen Weg durch das „Labyrinth“ der Zapfen (Haizähne), das vor Freude überschäumende Eisklettergemüt denkt gar nicht mehr ans Aufhören. Die einbrechende Dunkelheit bringt uns dann zurück auf den Boden der Tatsachen, jetzt sind wir das Ding zwar astrein raufgeklettert, müssen aber, wie leider immer beim Bergsteigen, wieder runter in die Welt der Horizontale. Dies gestaltet sich im Dunkeln mit nur einer Stirnlampe als gar nicht so einfach, aber schlussendlich erreichen wir wieder unsere Rucksäcke, stopfen die steifgefrorenen Seile und das restliche Glump rein und zischen runter nach Kandersteg, hauen uns in einem heruntergekommmenen Bahnhofsrestaurant die Mägen voll und fahren nichtsahnend Richtung Pension. Plötzlich machts einen Rums und es wird empfindlich kalt im JM-Mobil: Die Fensterscheibe auf der Fahrerseite (Hecheis Seite) hat sich nach unten verabschiedet, ein Herausangeln scheint unmöglich. Unser Vorhaben, am nächsten Tag die berühmte „Crack Baby“, WI 6 an der ebenso berühmten Breitwangflue zu versuchen, bei der ein sehr, sehr früher Start auf Grund der Länge (über 300m) und des Zustiegs (über 2h) sowie der anhaltenden Schwierigkeiten ein absolutes Muss ist, fällt ins Wasser, es gilt stattdessen einen Mechaniker aufzusuchen um den Schaden zu beheben.

Die Reperatur geht zügig von Statten, kostet gar nicht so viele „Fränklis“ wie befürchtet, und um halb 11 sind wir wieder zurück in Kandersteg und stapfen in richtung Staubbachfälle. Eine Stunde später stehen wir am Einstieg von „Blue Magic“, WI 5+, mit 200m auch nicht gerade ein kurzer Eisfall. Auch dieser Fall begeistert mit anhaltender Steilheit und Ausgesetztheit, einem gewaltigen Ausblick und großteils besten Verhältnissen. Einziges Manko: Trotz der tiefen Temperaturen rinnt einiges an Wasser über den Fall herunter, das Nasswerden ist kaum zu verhindern. Wieder einmal erschweren die steifgefrorenen Seile das Abseilen, doch nach so einem „Eiskletterschmaus“ ist man ja bereit, so einiges wegzustecken.

Ein Blick aus der Ferne in Richtung „Crack Baby“ und die vielen Wasserfälle, die noch stark rinnen, begraben den Plan der Begeheung dieses Klassikers fürs Erste. Ein Wasserfall dieser Länge und schon in der ersten Seillänge klitschnass werden, das ist wohl keine gute Kombination. Die letzte Tour des Trips wird der „Almenalpfall“, WI 4, 280m die Beschreibung im Führer „…der obere Teil liegt ab dem späten Vormittag in der Sonne.“ lässt uns wohlig warm ums Herz werden. Eine bereits ober uns kletternde Seilschaft beschert Simon eine rassige Mixed-Einstiegsvariante, oben geht’s dann über mäßig steiles, „genußverdächtiges“ Eis Richtung Ausstieg. Eine nette Abseilfahrt an dünnen Jungfichten, Latschen und Eissanduhren bringt uns wieder zurück zum Auto, und nach 3 ½ grandiosen Klettertagen und vielen genialen Metern im Eis von Kandersteg treten wir die Heimreise an.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Hasta la vista, Patagonia




So, jetzt haben wir also 4 Wochen in Patagonien verbracht. Ziele hatten wir viele, erreicht haben wir nicht viele. Viel, viel Regen und Wind versuesste uns die Zeit hier, zumindest sind wir jetzt etwas abgehaertet. Geklettert sind wir nicht viel, dafuer aber umso mehr gewandert und getrekkt, das ist wenigstens gut fuer die Kondition.

Wenn wir uns ehrlich sind, sind wir schon ein wenig enttauescht, unser Ziel, den Cerro Torre nicht erreicht zu haben, vor allem, weil wir so knapp dran waren. Aber wir wissen genau, wie Bergsteigen in Patagonien ist, darueber haben sich schon andere, viel bessere Kletterer ein Bild gemacht, Sprueche wie z.B. "Beim ersten mal Patagonien ist Erfolg die Ausnahme und Scheitern die Regel!" oder "Klettern in Patagonien ist wie Sex ohne Orgasmus!" sind das Resultat. Wir haben jedenfalls unser bestes gegeben, und wir wissen genau, dass wir wiederkommen werden, irgendwann. Die Berge hier haben uns auf jeden Fall in ihren Bann gezogen, dass geht jedem so hier. Wenns naemlich mal schoen ist, ists einfach so unglaublich schoen dass all die Tage, wo man nichts von ihnen sieht und der Wind, Regen und Schnee, jegliches Klettern verhindern, vergessen sind.

Unser letzter Versuch startete am Sonntag um 3 Uhr frueh im Bridwellcamp. Wir gingen mit leichtem Gepaeck ins Norwegerbiwak, nahmen dort unser Material auf und stapften schwerbeladen in Richtung Schulter. Der Schnee war teilweise huefttief, das Spuren zehrte an den Kraeften. Nach anspruchsvoller Mixed-Kletterei und wieder batzweichem Schnee erreichen wir nachmittags die Schulter, das Wetter haette nicht besser sein koennen, es war sogar angenehm warm. Nach einer kurzen Pause begannen wir, die ersten Seillaengen zu fixieren, um am naechsten Tag nicht einen "kalten" Kletterstart hinlegen zu muessen. Die Verhaeltnisse waren, verglichen zum ersten Versuch, recht gut, die Risse grossteils eisfrei. In Windeseile waren 3 Seillaengen fixiert, zurueck auf der Schulter schaufelten wir uns ein nettes Biwak zurecht. Die letzten Sonnenstrahlen bescheren uns eine nette Rast bei einmaligem Panorama, wir kochen und trinken viel, sind hochmotiviert. Auch die Nacht verlaueft recht angenehm, es war nicht sehr kalt, und wir schliefen so gut, dass wir sogar den Wecker ueberhoerten. Geplant war, um halb 3 loszuklettern, und wenn uns die norwegische Seilschaft nicht geweckt haette, haetten wir wohl noch laenger geschlafen. Also starteten wir erst um 4, ist ja auch egal. Wir kommen schnell voran, nach einem gigantischen Sonnenaufgang erreichen wir den Banana Crack, etwas spaeter, bereit um 8 Uhr, stehen wir vor Maestris Boltquergang, wir haben ueber die Haelfte der Route bereits hinter uns. Voll Zuversicht schauen wir rauf in Richtung Gipfel, zum Greifen nahe scheint er uns. Nach einem kleinen Sturz von Hechei in der ersten Laenge der Bolttraverse gehts in simultaner Kletterei weiter, doch der scheinbar einfach und schnell zu ueberwindende Quergang nimmt einiges an Zeit in Anspruch - und von hier an beginnt die "Odyssee". Im Minutentakt donnern ab jetzt Eis- und Schneeschollen auf uns herab. Alles, was der Berg waehrend des schlechten Wetters der letzten Wochen abgekriegt hat, kommt jetzt auf Grund der hohen Temperaturen wieder runter, und natuerlich genau auf uns. Hechei trifft eine Eisscholle auf den Kopf, Kopfschmerzen und Schwindelgefuehl sind die Folge. Nach einem anstrengendem, fetznassen Mixed Kamin stehen wir vor einem Wasserfall, und da soll nun die naechste Laenge raufziehen. Hecheis Zustand verschlechtert sich, der Eisschlag hat auch kein Einsehen mit uns, schweren Herzens entscheiden wir uns zur Umkehr. Unsere norwegischen Freunde klettern weiter. Das Abseilen gestaltet sich ebenfalls als sehr umstaendlich, staendig verhaengen sich die Seile, die mittlerweile sicher 10kg wiegen, so vollgesogen mit Wasser, das beim Abseilen immer schoen auf die Hose tropft. Mehrmals muss Hias wieder raufklettern, um die Seile aus Schuppen und anderwertigem seilfressendem Zeugs zu befreien. Und weils so nett ist, trifft noch ein Eisbrocken den armen Hechei, diesmal auf die bereits laedierte Hand. Somit hatte er eben nur noch die Linke zur Verfuegung. Abends erreichen wir die Schulter, die vermeintlich sichere und nicht im Seilhaengenbleib-Gelaende verlaufende Abseilstrecke von der Schulter zurueck auf den Gletscher gestaltet sich auch als nicht so einfach, wieder einmal sind wir auch vom Eisschlag bedroht. Doch schlussendlich erreichen wir das Norwegerbiwak, packen unser restliches Zeugs zusammen und wollen nur noch eins - weg von hier, ins Bridwellcamp zu unseren warmen Schlafsaecken. Wieder einmal uebermannt uns beim Weg raus ueber den Gletscher die Dunkelheit, wir sind zu muede und zu erschoepft um noch weiterzugehen, geschweige denn den Weg durch die Spalten zu finden, also richten wir uns zum Biwak auf einer Seitenmoraene ein......
Die letzten 2 Tag verbrachten wir dann mit Schleppen: Unser ganzes Material inkl. Muell von 4 Wochen musste nach El Chalten gebracht werden. Anstrengend und nicht unbedingt nett, aber konditionssteigernd.
Im Nachhinein betrachtet hatten wir extrem viel Pech bei diesem Versuch: Verschlafen, Seilhaengenbleiben, Eisschlag usw.Bis zum Umkehrpunkt waren wir extrem schnell unterwegs, bis zum Gipfel waerens noch etwa 10 Seillaengen gewesen, vielleicht haetten wir es geschafft, aber unsere Vernunft sagte uns das pausenloser Eissschlag und ein Hechei mit Schwindelgefuehl und starken Kopfschmerzen nicht unbedingt die optimalen Rahmenbedingungen fuer den Gipfelsturm sein wuerden. Das Risiko war uns einfach zu hoch....
Aber wir haben uns an dieser Route versucht, und waren bis zu dem Punkt, wos halt nicht mehr gegangen ist, recht schnell und sicher unterwegs, wir haben diesem geschichtstraechtigen Berg, dem Cerro Torre, einen Besuch abgestattet und dabei alles in unserer Macht stehende versucht und werden wieder zurueckkommen, soviel ist sicher.
Abschliessend moechten wir uns bei allen bedanken, die unser Treiben hier mitverfolgt haben und uns die Daumen gedrueckt haben. Wir freuen uns schon auf unseren Vortrag im Maerz, mit vielen Eindruecken aus Patagonien und vom Klettern daheim - und natuerlich auf viele Besucher.