Donnerstag, 2. September 2010

Chamonix

Bei nicht gerade vielversprechendem Wetter gings für Hias und Hechei für ein paar Tage nach Chamonix, trotzdem konnten einige feine Meter in geilem Granit und auf schmalen Graten zurückgelegt werden - lauschige (saukalte) Nächte im Zelt, budgetfressende Seilbahnen, Schlechtwetterprogramm im Jakusi (was 2 "gerettete" Friends einer vorgehenden Seilschaft bewirken können....) und eine wohltuende Kur für die Nasenschleimhäute mittels Schnupftabak rundeten das Gesamterlebnis optimal ab.

Frühstück im 5-Sterne Hotel am Col du Midi

Grand Capucin

Geiler Granit in der Schweizerführe

Noch mehr davon...


Ausgesetzt...


Mit Tiefblick...


Happy am Gipfel

Morgenstimmung

Noch ist das Wetter OK - Genuss pur in der "Rebuffat" an der Aiguille du Midi


Dann wurde das Wetter besch...


...aber mit dem passenden Schlechtwetterprogramm recht gut erträglich


Dent du Geant


ohne Worte


Am Rochefortgrat


Mont Blanc mit Trabanten


(kindlicher) Übermut


noch mehr davon...


Juhuu... am Mont Mallet

Blick zurück auf den Rochefortgrat (links Mont Mallet, mittig Aiguille de Rochefort, im Hintergrund die Grandes Jorasses)

Anschließend noch auf den Dent du Geant


Körperpflege - in unserer Gesellschaft total überbewertet, aber einmal in der Woche muss es einfach sein...


Nasenschleimhaut-Kur

Donnerstag, 5. August 2010

Wildanger-Wochenende 2010

Vergangenes Wochenende ging das traditionielle Wochenende auf der Wildangerhütte in die nächste Runde - mit einem neuen Teilnehmerrekord! 35 Menschlein (teilweise nicht mehr soooo jung) begaben sich "vollbepackt mit schönen Sachen, die das Leben schöner machen hinein ins Wildanger-Feeling...."

Petrus hat's diesmal äußerst gut mit uns gemeint, rechtzeitig am Samstag morgen wechselte die Farbe des Himmels von grau zu blau, und das gelbe, leuchtende Ding am Himmel machte aus fetznassen Kaiserwänden im Nu kletterbare Kaiserwände, was von den schon am Samstag kletternden Menschlein natürlich schamlos ausgenutzt wurde: Fleischbank Ost- und Südostwand sowie diverse Routen am Nordgratabbruch.

Abends versammelt sich alles ums Lagerfeuer, gierig mit den mitgebrachten, tierischen Leckereien auf die Eröffnung der Grillerei wartend, doch dies dauerte heuer auf Grund mangelnder Fähigkeiten des Feuermeisters etwas länger als üblich. Zu später Stunde trafen auch noch die letzten Menschlein ein, manche vom Tal kommend, andere von diversen Gipfeln.

Was sich im restlichen Verlauf des Abends bzw. der Nacht abspielte, können die Autoren nicht wahrheitsgetreu wiedergeben, bei 35 trinkenden Menschlein ist's etwas schwer mit dem Behalten des Überblicks. Eins sei jedoch gesagt: Es war sehr, sehr amüsant und das Ergattern eines Schlafplatzes war nicht ganz so einfach...

Tags darauf brach eine regelrechte Karawane zurück ins Tal auf, auch manche von denen, die eigentlich klettern wollten (es Trenza), es blieb sozusagen nur der "harte Kern" um sich noch diversen Klettereien zu widmen. So begab sich eine 11 köpfige Gruppe unter der Leitung von Simon zum Predigtstuhl, ohne ihn hätte wohl so mancher den (richtigen) Einstieg nicht gefunden. Am Oppelband spielten sich Augenzeugenberichten zu Folge auch sehr amüsante Szenen ab... Eine Seilschaft mit 2 Blondinen unter der Leitung von Hias stieg als letzte in eine etwas überlaufene Modetour auf die Fleischbank ein und war als erste auf dem Gipfel - diese Seilschaft machte sich bei den anderen Aspiranten verständlicherweise etwas unbeliebt, auch beim abschließenden Ausklang auf der Griesner Alm waren noch einige böse Blicke von Überholten oder besser gesagt "Überrumpelten" zu erkennen. Zu guter Letzt wäre da noch eine namentlich nicht genannte Seilschaft, welcher nach eigenen Angaben der Weg zur Predigstuhl-Westwand zu anstrengend war und sich deshalb am Fleischbankpfeiler tummelte. Es besteht jedoch der dringende Verdacht, dass die Beiden den Weg dorthin trotz vorhandener Ortskenntnisse nicht gefunden haben!

Wieder mal ein gelungenes Wochenende, bei einem absehbaren weiteren Anstieg der Teilnehmerzahl wird wohl eine Erweiterung der Schlafräumlichkeiten unumgänglich sein...

Mittwoch, 21. Juli 2010

Piz Badile - Cassin

In einer wahren "Schnellschuss-Aktion" gings am Montag Abend ins Schweizer Bergell, genauer gesagt ins malerisch schöne Bondasca-Tal, ein lange gehegtes alpines Ziel vor Augen: Die "Cassin" in der Piz Badile - Nordostwand. Bedingt durch unzählige Baustellen auf österreichischer Seite und einen etwas längeren, ungewollten Aufenthalt bei der Schweizer Grenze sahen wir unseren geplanten Zeitrahmen für die Anfahrt gefährdet, also musste wieder mal etwas rasanter durchs Engadin gerauscht werden, schlussendlich lagen wir dann zeitlich nicht weit daneben. Um halb 10 waren wir dann auf der Sasc Fura - Hütte, und nach einer stärkenden Suppe inkl. Bier ging's auch schon ab in die Kiste. Alles in Allem eine eher stressige Anreise.

Tags darauf setzte sich der Streß fort: Um 4 Uhr saßen wir am Frühstückstisch (vor 4 wird wohl keiner frühstücken, dachten wir zumindest) und mußten beim Verlassen der Hütte feststellen, daß sich schon einige Lichtpunkte in Richtung Piz Badile bewegten. Unsere geplante Pole-Position war somit gefährdet, wir legten den Überholgang ein und konnten gerade noch alle Kontrahenten hinter uns lassen. Dann sind da noch die Kletterer aus osteuropäischen Gefilden, die sich ja bekanntlich nicht in Hütten niederlassen sondern in Einstiegsnähe biwakieren, doch auch diese konnten geschickt überholt werden. Der übliche Zustieg zur Tour über das Band gestaltete sich als gar nicht so einfach, der mitgebrachte Pickel erwies sich als sehr hilfreich. Weiters haben wir einstimmig beschlossen, dass es nicht sehr angenehm wäre, wenn einer der beiden Seracs die Reise nach unten antritt...
Jetzt war da noch eine französiche Bergführer-Seilschaft, die in den ersten Seillängen mehrmals zum Überholen ansetzte, doch schlussendlich konnten wir uns dank gleichzeitigem Klettern einige Seillängen absetzen und erreichten kurz vor Mittag nach ca. 1000 genialen Klettermetern in feinstem Granit den Ausstieg auf der Nordkante. Nach kurzer Rast starteten wir den Abstieg über die Nordkante, über 1000 Meter abseilen und abklettern im aufziehenden Nebel. Wir konnten es selbst kaum glauben, als wir nach 3,5 Stunden wieder am Einstieg standen und feststellten, dass sich das Seil beim Abziehen nur einmal verhängt hat...den Göttern sei gedankt.

Beim Hüttenpersonal verursachte unsere frühe Ankunft um 16 Uhr erstmal große Augen und offene Münder, nachdem alle Unklarheiten beseitigt waren, kamen wir noch zu unserem Bier und einer kleinen Stärkung, bevor's im Eiltempo wieder Richtung Heimat ging, eine großartige Tour hinter uns, die uns wieder mal bestätigte, zu was ein Riccardo Cassin oder ein Hermann Buhl fähig waren - jedenfalls waren wir froh, nicht mit dem Rad heimstrampeln zu müssen...

Sciora-Gruppe im Abendlicht

Die Wand...

Besser nicht drunterstehen...

Vollgas in den leichteren Längen...

geiler Fels...

Tiefblick aus Wandmitte...

Hias spreizt...

Hias trinkt...

Hechei spreizt...

In den Ausstiegskaminen...

Ausstieg auf der Nordkante...

yeaahh...

Ebenso berühmter Nachbar: Piz Bernina mit Biancograt.

Abseilen...

Noch mehr abseilen...

Blick zurück...

Dienstag, 6. Juli 2010

WILDANGER - Wochenende

Bald ist's wieder soweit: Der alljährliche Fixtermin für alle waschechten Kletterer, Möchtegern-Bergfexen, Gammler, Kampftrinker und Profigriller auf der Wildangerhütte geht in die nächste Runde. Für diesen Zweck ist die Hütte von Samstag, 31.Juli bis Sonntag, 1.August reserviert, wer sich schon am Freitag in den Genuss eines Hüttenabends mit allem Drum und Dran begeben will, auch kein Problem.

Der Konsum von
  • erstklassigen oder weniger lohnenden Klettermetern in den umliegenden Wänden
  • mitgebrachten Grillwaren mit Beilagen
  • etwaigen auftauchenden, berauschenden Flüssigkeiten
ist erwünscht und wird von Seiten der Veranstalter nicht begrenzt. Weiters wird bei einem eventuellen Verstoß gegen die vorgeschriebene Hüttenruhe ausnahmsweise ein Auge zugedrückt.

Also: Kletterequipment, Hüttengebühr, Verpflegung und gute Laune in den Rucksack packen und ab auf die Wildangerhütte!

Dienstag, 29. Juni 2010

Pfingsten in den Dolomiten ("Verzweiflungsakt")

Als puren Verzweiflungsakt könnte man unseren Dolomiten-Trip zu Pfingsten bezeichnen - das Wetter seit langem beschissen, keine Aussicht auf Besserung. Ein Lichtblick: Im Süden sollte es besser sein, aber dass da noch überall viel Schnee rumliegt, ist uns auch klar, aber südseitig muss doch was gehen. Also half nur der Sprung ins kalte Wasser, es hat sich jedenfalls bezahlt gemacht!

Begonnen hat alles mit einer 5 - stündigen (statt 3) Fahrt auf den Karerpaß (das am Pfingstsamstag mit etwas höherem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist haben wir Helden in unserer Verzweiflung nicht behirnt), unser Ziel, die Rotwand, präsentiert sich zumindest mal trocken, und der letzte Rest Schnee unter der Wand hält uns jetzt auch nicht mehr auf. Etwas später als geplant stehen wir am Einstieg der "Moulin Rouge / 9-", eine Tour von Christoph Hainz, die auf Bohrhaken verzichtet, dafür sind aber jede Menge guter Schlaghaken vorhanden. Die Vermutung, dass unter" normalen" Bedingungen am frühen Nachmittag die Sonne in diese Südwestwand vorbeischaut, hat sich leider nicht bestätigt - zu viele Wolken. Dementsprechend kalt wars da drin - akute Oaneglgefahr. Trotz des tlw. sehr brüchigen Gesteins eine tolle Route, auch das Abseilen birgt noch mal Potential für einige würzige Aktionen.


Die Suche nach einem geeigneten (Haupauswahlkriterium idyllisch) Schlafplatz gestaltete sich als nicht ganz einfach, gelandet sind wir, wie üblich, auf einem dreckigen Parkplatz neben der Straße. Ein Ziel für den nächsten Tag war gleich gefunden, diesmal gar kein Schnee im Zustieg - die "Via Goodbye 1999" an der Tofana, lt. Topo 9-, unserer Meinung nach eher 8+, aber egal. Nachdem wir die erste Seillänge und damit die unmittelbare Eisschlag-Gefahrenzone überwunden hatten, konnten wir die genialen, sehr sportlich abgesicherten Seillängen in vollsten Zügen genießen, die aufziehenden Wolken und das erneute Versagen der Sonne kann uns auch nicht aufhalten und siehe da - die Tour gelang uns allen im Onsight bzw. Flash! Zurück am Parkplatz das Übliche: Fressen, Bier und Führer blattln, ein Ziel für unseren letzten Tag war gleich gefunden - in die Zinnen solls gehen. Dass die Straße zur Auronzohütte noch geschlossen hat, stört uns herzlich wenig und wir schlagen unser Nachtlager bei der Mautstelle auf.

Tags darauf wurde aus dem üblicherweise kurzen Zinnen-Zustieg ein etwas längerer Marsch bzw. Schnee-Gestapfe, doch schlussendlich stehen wir (mit mittlerweile waschelnassen Füssen) unter der imposanten, gelben Südwand der Kleinen Zinne, die "Perlen vor die Säue, 9-" im Visier. Die Tour hält, was sie verspricht: Eine geniale Seillänge jagt die andere! Die Sonne ist diesesmal auch vertreten, plagte uns an den vergangen Tagen noch die Kälte, so wars jetzt der Durst. Mit den Bewertungen im Topo konnten wir wenig anfangen, eigentlich sind alle Seillängen annähernd gleich schwer, so im Bereich 8- bis 8+! Perfekt getimt, kurz vorm Verschwinden der Sonne, erreichen wir das Ende der Schwierigkeiten, die 2 lezten Seillängen schenken wir uns und seilen ab! Simon ist das Ganze Onsight bzw. Flash geklettert, Hias und Hechei leider nicht...


Alles in allem ein genialer Trip, und noch dazu kann einem das anhaltende Sauwetter nach so einem geilen Wochenende für kurze Zeit mal weniger anhaben...