Dienstag, 29. Juni 2010

Pfingsten in den Dolomiten ("Verzweiflungsakt")

Als puren Verzweiflungsakt könnte man unseren Dolomiten-Trip zu Pfingsten bezeichnen - das Wetter seit langem beschissen, keine Aussicht auf Besserung. Ein Lichtblick: Im Süden sollte es besser sein, aber dass da noch überall viel Schnee rumliegt, ist uns auch klar, aber südseitig muss doch was gehen. Also half nur der Sprung ins kalte Wasser, es hat sich jedenfalls bezahlt gemacht!

Begonnen hat alles mit einer 5 - stündigen (statt 3) Fahrt auf den Karerpaß (das am Pfingstsamstag mit etwas höherem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist haben wir Helden in unserer Verzweiflung nicht behirnt), unser Ziel, die Rotwand, präsentiert sich zumindest mal trocken, und der letzte Rest Schnee unter der Wand hält uns jetzt auch nicht mehr auf. Etwas später als geplant stehen wir am Einstieg der "Moulin Rouge / 9-", eine Tour von Christoph Hainz, die auf Bohrhaken verzichtet, dafür sind aber jede Menge guter Schlaghaken vorhanden. Die Vermutung, dass unter" normalen" Bedingungen am frühen Nachmittag die Sonne in diese Südwestwand vorbeischaut, hat sich leider nicht bestätigt - zu viele Wolken. Dementsprechend kalt wars da drin - akute Oaneglgefahr. Trotz des tlw. sehr brüchigen Gesteins eine tolle Route, auch das Abseilen birgt noch mal Potential für einige würzige Aktionen.


Die Suche nach einem geeigneten (Haupauswahlkriterium idyllisch) Schlafplatz gestaltete sich als nicht ganz einfach, gelandet sind wir, wie üblich, auf einem dreckigen Parkplatz neben der Straße. Ein Ziel für den nächsten Tag war gleich gefunden, diesmal gar kein Schnee im Zustieg - die "Via Goodbye 1999" an der Tofana, lt. Topo 9-, unserer Meinung nach eher 8+, aber egal. Nachdem wir die erste Seillänge und damit die unmittelbare Eisschlag-Gefahrenzone überwunden hatten, konnten wir die genialen, sehr sportlich abgesicherten Seillängen in vollsten Zügen genießen, die aufziehenden Wolken und das erneute Versagen der Sonne kann uns auch nicht aufhalten und siehe da - die Tour gelang uns allen im Onsight bzw. Flash! Zurück am Parkplatz das Übliche: Fressen, Bier und Führer blattln, ein Ziel für unseren letzten Tag war gleich gefunden - in die Zinnen solls gehen. Dass die Straße zur Auronzohütte noch geschlossen hat, stört uns herzlich wenig und wir schlagen unser Nachtlager bei der Mautstelle auf.

Tags darauf wurde aus dem üblicherweise kurzen Zinnen-Zustieg ein etwas längerer Marsch bzw. Schnee-Gestapfe, doch schlussendlich stehen wir (mit mittlerweile waschelnassen Füssen) unter der imposanten, gelben Südwand der Kleinen Zinne, die "Perlen vor die Säue, 9-" im Visier. Die Tour hält, was sie verspricht: Eine geniale Seillänge jagt die andere! Die Sonne ist diesesmal auch vertreten, plagte uns an den vergangen Tagen noch die Kälte, so wars jetzt der Durst. Mit den Bewertungen im Topo konnten wir wenig anfangen, eigentlich sind alle Seillängen annähernd gleich schwer, so im Bereich 8- bis 8+! Perfekt getimt, kurz vorm Verschwinden der Sonne, erreichen wir das Ende der Schwierigkeiten, die 2 lezten Seillängen schenken wir uns und seilen ab! Simon ist das Ganze Onsight bzw. Flash geklettert, Hias und Hechei leider nicht...


Alles in allem ein genialer Trip, und noch dazu kann einem das anhaltende Sauwetter nach so einem geilen Wochenende für kurze Zeit mal weniger anhaben...

Dienstag, 16. März 2010

JUNG und ALT gemeinsam statt einsam



Unter oben genannten Motto begaben sich am Freitag 11 muntere Gesellen, manche jung, manche mittendrin und manche uralt (der errechnete Altersdurchschnitt liegt bei stattlichen 34,4 Jahren) und 1 sturzbesoffener Hias aka Fettgesicht (Anm. d. Red.: Dieser hält seinen Glanz im Gesicht durch Einbreiben mit einer Speckschwarte aufrecht) in die Sextener Dolomiten, um die dortige Backcountry-Landschaft mit ihren Powderlatten um diverse Turns und Lines zu bereichern und den einen oder anderen Pillow oder Cliff zu droppen.


TAG 1:
Für die Anfahrt stellten 2 Gesellen der Kategorie "Uralt" ihre fahrbaren Untersätze "Free Tibet" und "Suck my dick" dankenderweise zur Verfügung. Anmerkung am Rande: Die fahrbaren Untersätze waren viel zu klein! Nach einigen obligaten Umwegen, Kaffee- und Pinkelpausen erreichen die mittlerweile stark in Mitleidenschaft gezogenen Busse (Anm. d. Red.: Etwaige Nachbesitzer werden sich über die Wertminderung freuen) den Weiler Moos bei Sexten. Ein Ziel für den heutigen Tag war gleich gefunden, einziger Nachteil: Um in den Genuss des frischen Pows zu kommen und frische Lines darin ziehen zu können, war erst mal ein 4-stündiger Hike notwendig. Zum Glück stellte sich ein Kamerad der Kategorie "Mittendrin" als Tempomacher zur Verfügung. Hierbei sei nochmal ein Dank an Hone aka Beschwerdenmeister zu richten, der wohl erste Ausfälle auf Grund zu schnell gehender Rider der Kategorie "Uralt" (dia Manda spinan jo) verhinderte, indem er diverse geplante Überholmanöver der "Free Heeler" (Anm. d. Red.: Telemarker, Kategorie "Uralt") im Keim erstickte (durch gezielte Biogas-Attacken). Somit erreichten wir nach einem anstrengedem Hike bei feinstem Sunshine den Gipfel des Sextner Steins, doch zum Genießen des herrlichen Anblicks der Drei Zinnen blieb kaum Zeit, die eingefleischten Rider konnten es nicht erwarten, sich über die Cliffs zu droppen. Und all jene, die der modernen Freeridetechnik nicht gewachsen sind oder über Verschleißerscheinungen an essentiellen Körperteilen klagen (Anm. d. Red.: "Sigei, wia gehts dein Knia?" Antwort: "Oiwei gleich", nähere Infos unter diesem Link) wählen für die Abfahrt die "Safetyline" oder in Fachkreisen auch "Chickenway" genannte Linie über mäßig geneigte Hänge. Einige übermütige Rider haben noch nicht genug und nehmen noch einen Hike mit anschließender Abfahrt in bestem PowPow in Angriff. Nach Abschluss dieses ersten Tages unseres Contest lassen wir uns in der gemütlichen Hütte (Anm. d. Red.: "mei, is do nett zum hucken") volllaufen. Abends beziehen wir unser Quartier, welches im Allgemeinen recht ordentlich und sauber scheint, nur die Belegschaft des Zimmer "6" mit den Insassen 3xHone beklagt sich über intime Rückbleibsel von vorherigen Insassen in den Sanitäreinrichtungen.




Unser Abendmahl genießen wir bei der Verwandtschaft unserer Vermieter (Anm. der Red: "ois Inzucht in SEXten"), so manchen sind die Portionen zu klein und auch nicht sehr schmackhaft (Anm. d. Red.: "Guat wors nit owa zwenig", Kommentar Beschwerdenmeister), alles in allem überwog jedoch der positive Eindruck, aber um eine kulinarische Bewertung abgeben zu können bedarf es bekanntlich einiger Vorraussetzungen, welche wir mit Sicherheit nicht mehr erfüllten (Anm. d. Red.: Alkoholpegel, Ermüdungserscheinungen usw.) An dieser Stelle auch nochmal ein herzliches Dankeschön an Stoffei aka Gelati-Man, der uns auf Grund von Personalmangel seitens der Wirtsleute kurzerhand eigenhändig mit Eis versorgte. Manche schafften es etwas früher, den eigenartigen Sextener Dialekt zu entschlüsseln, andere mussten dafür mehr Zeit investieren und bis in die frühen Morgenstunden im kaum vorhanden Sextener Nachtleben büffeln (Anm. d. Red.: Hiermit nochmals ein Dankeschön an Rudi aka Expeditionsarzt, sorry -Primar, für die Tanzstunden und Bekanntmachung mit den lokalen Schönheiten)



TAG 2:


Nach kurzer Nachtruhe, unterbrochen durch allfällige, liebgemeinte Kuschelattacken unseres liebesbedürftigen Bombi aka "Wettbüro Musa Cilic" läutete uns der Wecker wieder aus unserem Träumen (Anm. d. Red.: wir mussten früh aufstehen, da uns die alte slowenische Bauern(Bombi)weisheit am Vortag besagte: "Hat der Bombi blaue Zähne, wird das Wetter schene", einige der Teilnehmer erhofften sich ja eher die schlafverheißende Weisheit "Sind des Bombis Zähne weiss, wird das Wetter scheiß"). Nichtsdestotrotz starten wir nach ausgiebigen Frühstück und einer Sonderfahrt (Anm. d. Red.: Herr DÖDLinger, ihr Pieps sowie die Überhandschuhe nützen dem Zimmer in der Pension herzlich wenig) startete wiederum ein Rudel Rider Richtung jungfernhafte Backcountry-Landschaft. Aufgrund des ein oder anderen Missgeschickes und des durchaus als schlecht einzustufenden psychischen als auch physischen Zustandes einiger Rider im Bereich Jung und Uralt, fasste unser Bergführer Hannes aka Bauerneisinga die Gelegenheit beim Schopf und übernahm die Führung. (Anm. d. Red.: Spätestens jetzt waren alle schlechten Gedanken über unseren kompetenten Führer verflogen) Es begann eine herrliche Wanderung bei gemäßigtem Tempo (Zitat eines Riders mittleren Alters aus den hinteren Reihen: "Weckts mi wenn ma oben sind!") über flauschige Pow-Hänge durchzogen von einigen Pillows und umrahmt von den bizarren Wänden der Dolomiten. Nach einiger Zeit kam es jedoch wie es kommen musste - durch eine gefinkelte Ablenkaktion seitens der Rider "Uralt" (Zitat: "Stier, die Kühe haben Durst!") wurde das Alphamännchen namens Bauerneisinga getäuscht, nahezu überrumpelt und die Herde bahnte sich nun ungebremst ihren eigenen Weg Richtung Gipfel. Nach einigen Konkurrenzkämpfen an der Spitze, die von einem "Gesangstalent" auf Ski musikalisch umrahmt wurde, erreichten wir schlussendlich den Gipfel des Hochebenkofels, wo wir wiederum das herrliche Panorama, angeführt von den Drei Zinnen, genossen. An dieser Stelle ein Dankeschön an Klaus aka Pinzga-Bua für die Bewirtung mit seinen etwas im Rachen brennenden, aber edlen Tröpfchen...
Nachdem sich dann 12 Rider jauchzend, frohlockend und manchmal fluchend (Anm. d. Red.: Einem Rider der Kategorie Uralt auf Telemark einfach blind über einen Pillow zu folgen, kann üble Folgen haben, dies wurde durch die Bauchlandung von kloaHechei aka "Rookie of the Year" bestätigt) über das abwechslungsreiche Gelände (Pow, Bruchhoscht,...) talwärts gecruist haben, stand einem gemütlichen Beisammensein mit allfälligen Abstimmungspunkten wie z.B. die Frage nach dem "Rider of the Day" nichts mehr im Wege, und kurz vor Einbruch der Dunkelheit schafften es auch die hartnäckigsten Rider (Anm. d. Red.: Die Redaktion weißt darauf hin, dass Rider im Zusammenhang mit diversen Flüssigkeiten leicht dazu tendieren, Pillows mit Trees zu verwechseln, und somit ist in solchen Situationen erhöhte Vorsicht geboten!) mit dem dicksten Sitzfleisch am Hintern zurück zu den Autos.

Zurück in unserer bescheidenen Bleibe versuchten die Youngsters den Alten ihre Liebe zu beweisen, dass dies in Form von bis ins letzte Detail geplanten Sauhaufen stattfand, konnten die Alten nicht so ganz verstehen, aber was solls. Der Abend verlief diesmal etwas gemäßigter, (Anm. d. Red.: Abgesehen vom Erfolg seitens der Rider "Uralt", die jeweils eine Eismaschine und einen neuen Freund ergattern konnten) erste Ermüdungserscheinungen standen den Ridern ins Gesicht geschrieben, vor allem die in der sonst sehr noblen Pizzeria hermumschweifenden, schwer identifizierbaren Düfte (Anm. d. Red.: Die besagten Düfte und deren Herkunft wurden bis dato nicht identifiziert, die Vermutung, dass es sich um Winde aus dem menschlichen Verdauungstrakt handelt, liegt jedoch nahe) wirkten stark einschläfernd.

TAG 3:
Wiederrum läutete uns der Wecker aus den Schlaf, wobei es für nahezu alle kein Problem darstellte aus den Federn zu kommen. In diesem Sinne noch einmal ein Dank an all jene, die es gut mit uns meinten, und das Frühstück auf 8 Uhr verschoben, es jedoch nicht für notwendig hielten, uns darüber zu informieren!


Nachdem wir unsere Bäuche gefüllt und unsere Backcountryausrüstung gepackt hatten, ging es wieder Richtung Talschlusshütte. Dort angekommen wurden wir von hundert anderen Ridern begrüßt die uns einige Zeit lang ins Talinnere begleiteten. Von dieser Situation gar nicht begeistert, übernahm von nun an "Gummibandl-Sigei" aka Averall Dalton (Anm. d. Red.: Geht als ob man ein Gummiband spannen und schlagartig auslassen würde und hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem Größten der Dalton-Brüder) die Führung. Da es in unserer Natur liegt, gesehene Handlungen zu erlernen und nachzuahmen, wollten auch wir (Rider "jung") einmal in den Genuss der Führung kommen und setzten dies während einer kurzen Rast auch um! Nachdem wir uns gekonnt an "Gummi-Sigei" vorbeischleichen konnten, zogen wir unsere Hikeline im frischen Pow Richtung Hochbrunnerschneid. Aus irgendeinem Grund folgte uns nur ein kleiner Teil der Rider, der Großteil folgte der bereits vorhandenen Spur Richtung Oberbachernspitze (Anm. d. Red.: Hatten die Rider "uralt" einfach nur die Pants voll oder entwickelt man im Laufe der Jahre einen Instinkt für Gefahr? Man weiß es nicht!). Was sich von diesem Zeitpunkt an bei den 2 (evt. teilweise auch 3) Gruppen abspielte, darüber kann nur spekuliert werden. Fakt ist: Jedem steht ein "Give up and turn around Award" zu, doch trotzdem kamen alle von uns noch einmal in den Genuss eines Gipfels (Anm. d. Red.: Nennen wir den erreichten Hügel einfach mal so. Auch der höchste erreichte Punkt zweier Rider, die mit Materialproblemen zu kämpfen hatten, kann im weitesten Sinne als Gipfel gezählt werden) und einer Abfahrt mit diversen Drops in Verbindung mit Bruchharsch und Pow. Zu guter Letzt finden wir uns alle wieder auf der Talschusshütte ein und lassen unser Riderweekend bei Flüssig- und Festnahrung sowie der Wahl zum "Rider of the Weekend" ausklingen!

Nachdem wir die Langlaufloipe zurück zum Auto bewältigt hatten, gings auch schon ab nach Hause. Die Fahrt im "Suck my Dick" gestaltete sich als äußerst schwierig, da gelgentliche Giftgaswolken dem Fahrer ziemlich zusetzte und es an ein Wunder grenzt, dass wir die Fahrt heil überstanden haben!(Anm. d. Red.: Auch die Raserei des Fahrers, die durch seine unheimliche Geilheit angetrieben wurde, gab der Fahrt noch die gewisse Würze.)


Alles in allem ein gelungenes Wochenende, das wir sicher wieder einmal wiederholen werden, wenn es wieder heißt: JUNG und ALT - gemeinsam statt einsam

P.S.: Und die Moral von der Geschicht: Rider ist man(n), oder nicht!


Samstag, 16. Januar 2010

JM- Jahreshauptversammlung

Am 5.2. ist es wieder soweit! Wir bestreiten unsere alljährliche Jahreshauptversammlung! Treffpunkt um ca. 19:00 Uhr in Fieberbrunn/Rosenegg! Bitte früh genug bei Hechei oder Hias melden wegen Reservierung! Wir freuen uns schon und hoffen auf zahlreiche Teilnehmer.

Sonntag, 10. Januar 2010

Canadian Rockies Ice, part 3

Wieder zurück in Canmore zeigte der Wetterbericht für die nächsten Tage zwar ziemlich kalte Temperaturen, aber davon lassen wir uns ja bekanntlich nicht aufhalten...

Zuerst stand der gigantische Wasserfall Borgeau Left, WI5, 200m auf dem Programm, und wäre der Wind nicht so stark ausgefallen, so wärs richtig gemütlich gewesen. Vielleicht war auch der aus dem vorigen Abend resultierende Schlafmangel und etwas gehobene Alkoholpegel im Blut schuld daran, wer weiß. Aber was solls, für solch geniale Meter in bestem Eis friert man ja gerne (und zerstört sich seine Lippen, aber wer sich bei -20° einen Karabiner in den Mund nimmt, ist selber schuld!!!). Problematisch sind auch immer größer werdende Eisklumpen an den Wimpern, da sehr sehfeldbeeinträchtigend. Eine heiße Dusche und ein ausgiebiges Abendessen lassen den ausgekühlten Körper wieder auf Touren kommen, und Pläne für den nächsten Tag sind gleich ausgeheckt...

Angesichts der kalten Temperaturen verschlug es uns nochmal zur Weeping Wall, Eisklettern in der Sonne kling sehr verlockend. Über den Snivelling Gully, WI3, 150m, eilen wir gleichzeitig kletternd auf das große Band und stapfen weiter Richtung Upper Weeping Pillar, WI6, 150m, ein absoluter Klassiker unter den kanadischen Eisklettereien. In der Sonne wars dann richtig warm, und der ausgesetzte und steile Weeping Pillar rundete den Tag perfekt ab.

Unseren letzten Klettertag verbrachten wir nochmals im Ghost Valley, und wie sich herausstellen sollte, haben wir uns den mit Abstand besten Wasserfall für den Schluss aufgehoben: Hydrophobia, WI5+, 150m, ein einzigartiger Eisfall. Doch diesen zu erreichen ist etwas zeitaufwändig, zuerst die Offroad-Anfahrt (Ghost River Ralley), dann ca. 3h Zustieg durch dichtesten kanadischen Wald. Aber wenn man das Ding erst mal vor Augen hat, kann mans kaum glauben. Eine noch spektakulärere Position kann man sich nicht vorstellen. Und auch die Kletterei ist vom feinsten, "Plastik-Eis" vom Einstieg bis zum Ausstieg. Die Rucksäcke nahmen wir diesmal mit, um den Weg zum Gipfel fortzusetzen - das hat sich gelohnt, der Ausblick übers Ghost Valley bei Sonnenuntergang war einzigartig. Abgeseilt haben wir über den "Sorcerer", den wir am Anfang unseres Trips geklettert sind. Besser als Hydrophobia gehts einfach nicht mehr, total abgeschieden, keine Menschenseele weit und breit und eine unvergleichliche Landschaft.

Mit einem lachenden (weil so viele geile Sachen geklettert) und einem weinenden (weil schon wieder vorbei) Auge feierten wir unseren Abschied bei einigen Bierchen und begaben uns am Freitag nach Calgary, wo wir uns noch den Luxus einer Fahrt auf den Calgary Tower gönnten, bevors dann zurück nach Hause ging...

Alles in allem eine eindrucksvoller und unvergesslicher Eiskletter-Trip!

Calgary City
Simon beim Abstieg ins Ghost Valley

Sonnenuntergang nach Hydrophobia

(Fast) geschafft: Am Ausstieg von Hydrophobia

Simon schwingt die Äxte in Hydrophobia

Hechei in Hydrophobia

Besser gehts nicht mehr - Hydrophobia im Ghost Valley

Sonnenaufgang im Ghost Valley

kleiner Hechei in der mächtigen Upper Weeping Wall

Ideales Ziel bei -25°: Die sonnige Weeping Wall

Howse Peak am Icefields Parkway

Sonnenaufgang auf dem Icefields Parkway

Kälte + Karabiner im Mund = eh scho wissen

Team Kanada unterm Borgeau Left

Dienstag, 5. Januar 2010

Canadian Rockies Ice, part 2

Hey buddies!

Wie versprochen, weitere Infos aus dem Holy Land of ICE...
Nach unserem etwas von Blaeunis gepraegtem Ruhetag starteten wir erneut und hochmotiviert ins Ghost Valley, die einzigartige Eisspur von Hydrophobia war unser Ziel. Temperaturen jenseits der -20 Grad Marke hielten uns (vorerst) nicht von unserem Vorhaben ab, wir nahmen den etwas verwickelten Zustieg in Angriff. (In die Irre) geleitet durch unser GPS (danke Tom!) fanden wir einen Weg durch den dichten Wald, jedoch versperrte uns der Nebel jegliche Einsicht auf das Zielobjekt. Als wir dann so im Wald standen um eine kurze Pause einzulegen und wir vom Teetrinken einen satten Oanegl kassierten, beschlossen wir, die Operation Hydrophobia zu vertagen und traten, wiederum perfekt geleitet durch das GPS, den Rueckweg an. Um die lange Anfahrt ins Ghost Valley doch noch ein wenig auszunuetzen, bogen wir noch um die Ecke um uns The Good, the Bad and the Ugly, WI5 einzuverleiben, gootseidank nur eine Seillaenge lang, denn die an sich schon kalte Lufttemperatur und der starke Wind bescherten uns einen Oanegl, wie wir ihn noch nie (wirklich nie) erlebt haben. Dem Eis schien die Kaelte auch nicht so gut zu passen, das ganze war eher sproede bis felsenfest...

Den naechtsten Tag verbrachten wir im Hostel, wiederum Temperaturen unter -20, ach ja, und Hechei fand eine nette Tagesbeschaeftigung - Entschlackungskur! 20 Klobesuche an einem Tag habens ganz schoen in sich...

Tags darauf packten wir unsere Siebensachen und liessen Canmore fuer eine Weile hinter uns, das benzinschluckende Monster, das sich hierzulande "Truck" nennt, brachte uns Richtung Norden, zum Icefields Parkway. Nach 2,5h Fahrt auf dem tiefwinterlichen Highway 93 erreichten wir die weltbekannte Weeping Wall, da direkt neben der Strasse gelegen gerade richtig fuer die bereits fortgeschrittene Tageszeit. 3 manchmal tolle, manchmal nicht so tolle 60m-Seillaengen bescherte uns der Weeping Pillar, 180m, WI5+, und nach 3 eisklettertypischen Abseilmanoevern erreichten wir das Auto bei Einbruch der Dunkelheit. Anschliessend bezogen wir unser Quartier fuer die naechsten Tage im Rampart Creek Hostel - kein Strom, kein fliessendes Wasser, keine Duschen - einfach genial. Man moechte kaum glauben, dass in dieser Einoede eine Sauna mitten im Wald steht, nach einem Eisklettertag eine willkommene Erfrischung.

Eines unserer Hauptziele starteten wir am naechsten Tag - Polar Circus, 700m, WI5 - die wohl bekannteste Eisroute Kanadas. Ueber unzaehlige Stufen und ansprechende Schnee-Traversen gelangt man langsam, aber sicher zu den oberen, steilen Eisstufen, das Ambiente ist einzigartig und die Kletterei vom Feinsten. Schon nach 7 Stunden (gleichzeitiges Robotern mit Tiblocs sei dank) sind wir wieder beim Auto und lassen den Tag bei Bier, Sauna und Gespraechen ueber wesentliche Dinge des Lebens (Klettern) mit kanadischen Gleichgesinnten ausklingen.

Immer noch eishungrig steht am naechsten Tag der Call of Curtain, 150m, WI6, M7+ am Programm. Und der Name verspricht nicht zu viel, es handelt sich wirklich um einen abgefahrenen Vorhang, dessen Ende man ueber eine Mixed-Traverse unter einem gigantischen Dach erreicht. Von Super-Eis ueber Roehren bishin zu Blumenkohl war alles dabei, auch ein kleiner Sturz aus der Mixed-Querung durch Simon konnte uns nicht abhalten... Geniale Tour

Heute wollten wir, immer noch nicht genug, eine Route auf dem David Thomson Highway dranhaengen, diese haben wir jedoch, etwas orientierungslos durch den Wald irrend, verfehlt. Haetten wir doch Tom's GPS dabeigehabt...

Nun sind wir wieder zurueck in Canmore, das Wetter fuer die naechsten Tage schaut vielversprechend und vor allem nicht zu kalt aus - einem letzten Angriff auf das kanadische Eis scheint also nichts im Wege zu stehen...
Wir beide und der Call of Curtain

Simon "Wuidsau" Berger im Call of Curtain

Steiles Eis im Call of Curtain

Der obere Teil von Polar Circus

Im steilen, oberen Teil von Polar Circus


2 wicked guys after Weeping pillar

Verdrehte Welt im Weeping Pillar

World famous Weeping Wall

oschkoit im Ghost Valley

2 Waldgeister mit ihrem Vorbild in den unendlichen Waeldern des Ghost Valley...