Donnerstag, 5. August 2010

Wildanger-Wochenende 2010

Vergangenes Wochenende ging das traditionielle Wochenende auf der Wildangerhütte in die nächste Runde - mit einem neuen Teilnehmerrekord! 35 Menschlein (teilweise nicht mehr soooo jung) begaben sich "vollbepackt mit schönen Sachen, die das Leben schöner machen hinein ins Wildanger-Feeling...."

Petrus hat's diesmal äußerst gut mit uns gemeint, rechtzeitig am Samstag morgen wechselte die Farbe des Himmels von grau zu blau, und das gelbe, leuchtende Ding am Himmel machte aus fetznassen Kaiserwänden im Nu kletterbare Kaiserwände, was von den schon am Samstag kletternden Menschlein natürlich schamlos ausgenutzt wurde: Fleischbank Ost- und Südostwand sowie diverse Routen am Nordgratabbruch.

Abends versammelt sich alles ums Lagerfeuer, gierig mit den mitgebrachten, tierischen Leckereien auf die Eröffnung der Grillerei wartend, doch dies dauerte heuer auf Grund mangelnder Fähigkeiten des Feuermeisters etwas länger als üblich. Zu später Stunde trafen auch noch die letzten Menschlein ein, manche vom Tal kommend, andere von diversen Gipfeln.

Was sich im restlichen Verlauf des Abends bzw. der Nacht abspielte, können die Autoren nicht wahrheitsgetreu wiedergeben, bei 35 trinkenden Menschlein ist's etwas schwer mit dem Behalten des Überblicks. Eins sei jedoch gesagt: Es war sehr, sehr amüsant und das Ergattern eines Schlafplatzes war nicht ganz so einfach...

Tags darauf brach eine regelrechte Karawane zurück ins Tal auf, auch manche von denen, die eigentlich klettern wollten (es Trenza), es blieb sozusagen nur der "harte Kern" um sich noch diversen Klettereien zu widmen. So begab sich eine 11 köpfige Gruppe unter der Leitung von Simon zum Predigtstuhl, ohne ihn hätte wohl so mancher den (richtigen) Einstieg nicht gefunden. Am Oppelband spielten sich Augenzeugenberichten zu Folge auch sehr amüsante Szenen ab... Eine Seilschaft mit 2 Blondinen unter der Leitung von Hias stieg als letzte in eine etwas überlaufene Modetour auf die Fleischbank ein und war als erste auf dem Gipfel - diese Seilschaft machte sich bei den anderen Aspiranten verständlicherweise etwas unbeliebt, auch beim abschließenden Ausklang auf der Griesner Alm waren noch einige böse Blicke von Überholten oder besser gesagt "Überrumpelten" zu erkennen. Zu guter Letzt wäre da noch eine namentlich nicht genannte Seilschaft, welcher nach eigenen Angaben der Weg zur Predigstuhl-Westwand zu anstrengend war und sich deshalb am Fleischbankpfeiler tummelte. Es besteht jedoch der dringende Verdacht, dass die Beiden den Weg dorthin trotz vorhandener Ortskenntnisse nicht gefunden haben!

Wieder mal ein gelungenes Wochenende, bei einem absehbaren weiteren Anstieg der Teilnehmerzahl wird wohl eine Erweiterung der Schlafräumlichkeiten unumgänglich sein...

Mittwoch, 21. Juli 2010

Piz Badile - Cassin

In einer wahren "Schnellschuss-Aktion" gings am Montag Abend ins Schweizer Bergell, genauer gesagt ins malerisch schöne Bondasca-Tal, ein lange gehegtes alpines Ziel vor Augen: Die "Cassin" in der Piz Badile - Nordostwand. Bedingt durch unzählige Baustellen auf österreichischer Seite und einen etwas längeren, ungewollten Aufenthalt bei der Schweizer Grenze sahen wir unseren geplanten Zeitrahmen für die Anfahrt gefährdet, also musste wieder mal etwas rasanter durchs Engadin gerauscht werden, schlussendlich lagen wir dann zeitlich nicht weit daneben. Um halb 10 waren wir dann auf der Sasc Fura - Hütte, und nach einer stärkenden Suppe inkl. Bier ging's auch schon ab in die Kiste. Alles in Allem eine eher stressige Anreise.

Tags darauf setzte sich der Streß fort: Um 4 Uhr saßen wir am Frühstückstisch (vor 4 wird wohl keiner frühstücken, dachten wir zumindest) und mußten beim Verlassen der Hütte feststellen, daß sich schon einige Lichtpunkte in Richtung Piz Badile bewegten. Unsere geplante Pole-Position war somit gefährdet, wir legten den Überholgang ein und konnten gerade noch alle Kontrahenten hinter uns lassen. Dann sind da noch die Kletterer aus osteuropäischen Gefilden, die sich ja bekanntlich nicht in Hütten niederlassen sondern in Einstiegsnähe biwakieren, doch auch diese konnten geschickt überholt werden. Der übliche Zustieg zur Tour über das Band gestaltete sich als gar nicht so einfach, der mitgebrachte Pickel erwies sich als sehr hilfreich. Weiters haben wir einstimmig beschlossen, dass es nicht sehr angenehm wäre, wenn einer der beiden Seracs die Reise nach unten antritt...
Jetzt war da noch eine französiche Bergführer-Seilschaft, die in den ersten Seillängen mehrmals zum Überholen ansetzte, doch schlussendlich konnten wir uns dank gleichzeitigem Klettern einige Seillängen absetzen und erreichten kurz vor Mittag nach ca. 1000 genialen Klettermetern in feinstem Granit den Ausstieg auf der Nordkante. Nach kurzer Rast starteten wir den Abstieg über die Nordkante, über 1000 Meter abseilen und abklettern im aufziehenden Nebel. Wir konnten es selbst kaum glauben, als wir nach 3,5 Stunden wieder am Einstieg standen und feststellten, dass sich das Seil beim Abziehen nur einmal verhängt hat...den Göttern sei gedankt.

Beim Hüttenpersonal verursachte unsere frühe Ankunft um 16 Uhr erstmal große Augen und offene Münder, nachdem alle Unklarheiten beseitigt waren, kamen wir noch zu unserem Bier und einer kleinen Stärkung, bevor's im Eiltempo wieder Richtung Heimat ging, eine großartige Tour hinter uns, die uns wieder mal bestätigte, zu was ein Riccardo Cassin oder ein Hermann Buhl fähig waren - jedenfalls waren wir froh, nicht mit dem Rad heimstrampeln zu müssen...

Sciora-Gruppe im Abendlicht

Die Wand...

Besser nicht drunterstehen...

Vollgas in den leichteren Längen...

geiler Fels...

Tiefblick aus Wandmitte...

Hias spreizt...

Hias trinkt...

Hechei spreizt...

In den Ausstiegskaminen...

Ausstieg auf der Nordkante...

yeaahh...

Ebenso berühmter Nachbar: Piz Bernina mit Biancograt.

Abseilen...

Noch mehr abseilen...

Blick zurück...

Dienstag, 6. Juli 2010

WILDANGER - Wochenende

Bald ist's wieder soweit: Der alljährliche Fixtermin für alle waschechten Kletterer, Möchtegern-Bergfexen, Gammler, Kampftrinker und Profigriller auf der Wildangerhütte geht in die nächste Runde. Für diesen Zweck ist die Hütte von Samstag, 31.Juli bis Sonntag, 1.August reserviert, wer sich schon am Freitag in den Genuss eines Hüttenabends mit allem Drum und Dran begeben will, auch kein Problem.

Der Konsum von
  • erstklassigen oder weniger lohnenden Klettermetern in den umliegenden Wänden
  • mitgebrachten Grillwaren mit Beilagen
  • etwaigen auftauchenden, berauschenden Flüssigkeiten
ist erwünscht und wird von Seiten der Veranstalter nicht begrenzt. Weiters wird bei einem eventuellen Verstoß gegen die vorgeschriebene Hüttenruhe ausnahmsweise ein Auge zugedrückt.

Also: Kletterequipment, Hüttengebühr, Verpflegung und gute Laune in den Rucksack packen und ab auf die Wildangerhütte!

Dienstag, 29. Juni 2010

Pfingsten in den Dolomiten ("Verzweiflungsakt")

Als puren Verzweiflungsakt könnte man unseren Dolomiten-Trip zu Pfingsten bezeichnen - das Wetter seit langem beschissen, keine Aussicht auf Besserung. Ein Lichtblick: Im Süden sollte es besser sein, aber dass da noch überall viel Schnee rumliegt, ist uns auch klar, aber südseitig muss doch was gehen. Also half nur der Sprung ins kalte Wasser, es hat sich jedenfalls bezahlt gemacht!

Begonnen hat alles mit einer 5 - stündigen (statt 3) Fahrt auf den Karerpaß (das am Pfingstsamstag mit etwas höherem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist haben wir Helden in unserer Verzweiflung nicht behirnt), unser Ziel, die Rotwand, präsentiert sich zumindest mal trocken, und der letzte Rest Schnee unter der Wand hält uns jetzt auch nicht mehr auf. Etwas später als geplant stehen wir am Einstieg der "Moulin Rouge / 9-", eine Tour von Christoph Hainz, die auf Bohrhaken verzichtet, dafür sind aber jede Menge guter Schlaghaken vorhanden. Die Vermutung, dass unter" normalen" Bedingungen am frühen Nachmittag die Sonne in diese Südwestwand vorbeischaut, hat sich leider nicht bestätigt - zu viele Wolken. Dementsprechend kalt wars da drin - akute Oaneglgefahr. Trotz des tlw. sehr brüchigen Gesteins eine tolle Route, auch das Abseilen birgt noch mal Potential für einige würzige Aktionen.


Die Suche nach einem geeigneten (Haupauswahlkriterium idyllisch) Schlafplatz gestaltete sich als nicht ganz einfach, gelandet sind wir, wie üblich, auf einem dreckigen Parkplatz neben der Straße. Ein Ziel für den nächsten Tag war gleich gefunden, diesmal gar kein Schnee im Zustieg - die "Via Goodbye 1999" an der Tofana, lt. Topo 9-, unserer Meinung nach eher 8+, aber egal. Nachdem wir die erste Seillänge und damit die unmittelbare Eisschlag-Gefahrenzone überwunden hatten, konnten wir die genialen, sehr sportlich abgesicherten Seillängen in vollsten Zügen genießen, die aufziehenden Wolken und das erneute Versagen der Sonne kann uns auch nicht aufhalten und siehe da - die Tour gelang uns allen im Onsight bzw. Flash! Zurück am Parkplatz das Übliche: Fressen, Bier und Führer blattln, ein Ziel für unseren letzten Tag war gleich gefunden - in die Zinnen solls gehen. Dass die Straße zur Auronzohütte noch geschlossen hat, stört uns herzlich wenig und wir schlagen unser Nachtlager bei der Mautstelle auf.

Tags darauf wurde aus dem üblicherweise kurzen Zinnen-Zustieg ein etwas längerer Marsch bzw. Schnee-Gestapfe, doch schlussendlich stehen wir (mit mittlerweile waschelnassen Füssen) unter der imposanten, gelben Südwand der Kleinen Zinne, die "Perlen vor die Säue, 9-" im Visier. Die Tour hält, was sie verspricht: Eine geniale Seillänge jagt die andere! Die Sonne ist diesesmal auch vertreten, plagte uns an den vergangen Tagen noch die Kälte, so wars jetzt der Durst. Mit den Bewertungen im Topo konnten wir wenig anfangen, eigentlich sind alle Seillängen annähernd gleich schwer, so im Bereich 8- bis 8+! Perfekt getimt, kurz vorm Verschwinden der Sonne, erreichen wir das Ende der Schwierigkeiten, die 2 lezten Seillängen schenken wir uns und seilen ab! Simon ist das Ganze Onsight bzw. Flash geklettert, Hias und Hechei leider nicht...


Alles in allem ein genialer Trip, und noch dazu kann einem das anhaltende Sauwetter nach so einem geilen Wochenende für kurze Zeit mal weniger anhaben...

Dienstag, 16. März 2010

JUNG und ALT gemeinsam statt einsam



Unter oben genannten Motto begaben sich am Freitag 11 muntere Gesellen, manche jung, manche mittendrin und manche uralt (der errechnete Altersdurchschnitt liegt bei stattlichen 34,4 Jahren) und 1 sturzbesoffener Hias aka Fettgesicht (Anm. d. Red.: Dieser hält seinen Glanz im Gesicht durch Einbreiben mit einer Speckschwarte aufrecht) in die Sextener Dolomiten, um die dortige Backcountry-Landschaft mit ihren Powderlatten um diverse Turns und Lines zu bereichern und den einen oder anderen Pillow oder Cliff zu droppen.


TAG 1:
Für die Anfahrt stellten 2 Gesellen der Kategorie "Uralt" ihre fahrbaren Untersätze "Free Tibet" und "Suck my dick" dankenderweise zur Verfügung. Anmerkung am Rande: Die fahrbaren Untersätze waren viel zu klein! Nach einigen obligaten Umwegen, Kaffee- und Pinkelpausen erreichen die mittlerweile stark in Mitleidenschaft gezogenen Busse (Anm. d. Red.: Etwaige Nachbesitzer werden sich über die Wertminderung freuen) den Weiler Moos bei Sexten. Ein Ziel für den heutigen Tag war gleich gefunden, einziger Nachteil: Um in den Genuss des frischen Pows zu kommen und frische Lines darin ziehen zu können, war erst mal ein 4-stündiger Hike notwendig. Zum Glück stellte sich ein Kamerad der Kategorie "Mittendrin" als Tempomacher zur Verfügung. Hierbei sei nochmal ein Dank an Hone aka Beschwerdenmeister zu richten, der wohl erste Ausfälle auf Grund zu schnell gehender Rider der Kategorie "Uralt" (dia Manda spinan jo) verhinderte, indem er diverse geplante Überholmanöver der "Free Heeler" (Anm. d. Red.: Telemarker, Kategorie "Uralt") im Keim erstickte (durch gezielte Biogas-Attacken). Somit erreichten wir nach einem anstrengedem Hike bei feinstem Sunshine den Gipfel des Sextner Steins, doch zum Genießen des herrlichen Anblicks der Drei Zinnen blieb kaum Zeit, die eingefleischten Rider konnten es nicht erwarten, sich über die Cliffs zu droppen. Und all jene, die der modernen Freeridetechnik nicht gewachsen sind oder über Verschleißerscheinungen an essentiellen Körperteilen klagen (Anm. d. Red.: "Sigei, wia gehts dein Knia?" Antwort: "Oiwei gleich", nähere Infos unter diesem Link) wählen für die Abfahrt die "Safetyline" oder in Fachkreisen auch "Chickenway" genannte Linie über mäßig geneigte Hänge. Einige übermütige Rider haben noch nicht genug und nehmen noch einen Hike mit anschließender Abfahrt in bestem PowPow in Angriff. Nach Abschluss dieses ersten Tages unseres Contest lassen wir uns in der gemütlichen Hütte (Anm. d. Red.: "mei, is do nett zum hucken") volllaufen. Abends beziehen wir unser Quartier, welches im Allgemeinen recht ordentlich und sauber scheint, nur die Belegschaft des Zimmer "6" mit den Insassen 3xHone beklagt sich über intime Rückbleibsel von vorherigen Insassen in den Sanitäreinrichtungen.




Unser Abendmahl genießen wir bei der Verwandtschaft unserer Vermieter (Anm. der Red: "ois Inzucht in SEXten"), so manchen sind die Portionen zu klein und auch nicht sehr schmackhaft (Anm. d. Red.: "Guat wors nit owa zwenig", Kommentar Beschwerdenmeister), alles in allem überwog jedoch der positive Eindruck, aber um eine kulinarische Bewertung abgeben zu können bedarf es bekanntlich einiger Vorraussetzungen, welche wir mit Sicherheit nicht mehr erfüllten (Anm. d. Red.: Alkoholpegel, Ermüdungserscheinungen usw.) An dieser Stelle auch nochmal ein herzliches Dankeschön an Stoffei aka Gelati-Man, der uns auf Grund von Personalmangel seitens der Wirtsleute kurzerhand eigenhändig mit Eis versorgte. Manche schafften es etwas früher, den eigenartigen Sextener Dialekt zu entschlüsseln, andere mussten dafür mehr Zeit investieren und bis in die frühen Morgenstunden im kaum vorhanden Sextener Nachtleben büffeln (Anm. d. Red.: Hiermit nochmals ein Dankeschön an Rudi aka Expeditionsarzt, sorry -Primar, für die Tanzstunden und Bekanntmachung mit den lokalen Schönheiten)



TAG 2:


Nach kurzer Nachtruhe, unterbrochen durch allfällige, liebgemeinte Kuschelattacken unseres liebesbedürftigen Bombi aka "Wettbüro Musa Cilic" läutete uns der Wecker wieder aus unserem Träumen (Anm. d. Red.: wir mussten früh aufstehen, da uns die alte slowenische Bauern(Bombi)weisheit am Vortag besagte: "Hat der Bombi blaue Zähne, wird das Wetter schene", einige der Teilnehmer erhofften sich ja eher die schlafverheißende Weisheit "Sind des Bombis Zähne weiss, wird das Wetter scheiß"). Nichtsdestotrotz starten wir nach ausgiebigen Frühstück und einer Sonderfahrt (Anm. d. Red.: Herr DÖDLinger, ihr Pieps sowie die Überhandschuhe nützen dem Zimmer in der Pension herzlich wenig) startete wiederum ein Rudel Rider Richtung jungfernhafte Backcountry-Landschaft. Aufgrund des ein oder anderen Missgeschickes und des durchaus als schlecht einzustufenden psychischen als auch physischen Zustandes einiger Rider im Bereich Jung und Uralt, fasste unser Bergführer Hannes aka Bauerneisinga die Gelegenheit beim Schopf und übernahm die Führung. (Anm. d. Red.: Spätestens jetzt waren alle schlechten Gedanken über unseren kompetenten Führer verflogen) Es begann eine herrliche Wanderung bei gemäßigtem Tempo (Zitat eines Riders mittleren Alters aus den hinteren Reihen: "Weckts mi wenn ma oben sind!") über flauschige Pow-Hänge durchzogen von einigen Pillows und umrahmt von den bizarren Wänden der Dolomiten. Nach einiger Zeit kam es jedoch wie es kommen musste - durch eine gefinkelte Ablenkaktion seitens der Rider "Uralt" (Zitat: "Stier, die Kühe haben Durst!") wurde das Alphamännchen namens Bauerneisinga getäuscht, nahezu überrumpelt und die Herde bahnte sich nun ungebremst ihren eigenen Weg Richtung Gipfel. Nach einigen Konkurrenzkämpfen an der Spitze, die von einem "Gesangstalent" auf Ski musikalisch umrahmt wurde, erreichten wir schlussendlich den Gipfel des Hochebenkofels, wo wir wiederum das herrliche Panorama, angeführt von den Drei Zinnen, genossen. An dieser Stelle ein Dankeschön an Klaus aka Pinzga-Bua für die Bewirtung mit seinen etwas im Rachen brennenden, aber edlen Tröpfchen...
Nachdem sich dann 12 Rider jauchzend, frohlockend und manchmal fluchend (Anm. d. Red.: Einem Rider der Kategorie Uralt auf Telemark einfach blind über einen Pillow zu folgen, kann üble Folgen haben, dies wurde durch die Bauchlandung von kloaHechei aka "Rookie of the Year" bestätigt) über das abwechslungsreiche Gelände (Pow, Bruchhoscht,...) talwärts gecruist haben, stand einem gemütlichen Beisammensein mit allfälligen Abstimmungspunkten wie z.B. die Frage nach dem "Rider of the Day" nichts mehr im Wege, und kurz vor Einbruch der Dunkelheit schafften es auch die hartnäckigsten Rider (Anm. d. Red.: Die Redaktion weißt darauf hin, dass Rider im Zusammenhang mit diversen Flüssigkeiten leicht dazu tendieren, Pillows mit Trees zu verwechseln, und somit ist in solchen Situationen erhöhte Vorsicht geboten!) mit dem dicksten Sitzfleisch am Hintern zurück zu den Autos.

Zurück in unserer bescheidenen Bleibe versuchten die Youngsters den Alten ihre Liebe zu beweisen, dass dies in Form von bis ins letzte Detail geplanten Sauhaufen stattfand, konnten die Alten nicht so ganz verstehen, aber was solls. Der Abend verlief diesmal etwas gemäßigter, (Anm. d. Red.: Abgesehen vom Erfolg seitens der Rider "Uralt", die jeweils eine Eismaschine und einen neuen Freund ergattern konnten) erste Ermüdungserscheinungen standen den Ridern ins Gesicht geschrieben, vor allem die in der sonst sehr noblen Pizzeria hermumschweifenden, schwer identifizierbaren Düfte (Anm. d. Red.: Die besagten Düfte und deren Herkunft wurden bis dato nicht identifiziert, die Vermutung, dass es sich um Winde aus dem menschlichen Verdauungstrakt handelt, liegt jedoch nahe) wirkten stark einschläfernd.

TAG 3:
Wiederrum läutete uns der Wecker aus den Schlaf, wobei es für nahezu alle kein Problem darstellte aus den Federn zu kommen. In diesem Sinne noch einmal ein Dank an all jene, die es gut mit uns meinten, und das Frühstück auf 8 Uhr verschoben, es jedoch nicht für notwendig hielten, uns darüber zu informieren!


Nachdem wir unsere Bäuche gefüllt und unsere Backcountryausrüstung gepackt hatten, ging es wieder Richtung Talschlusshütte. Dort angekommen wurden wir von hundert anderen Ridern begrüßt die uns einige Zeit lang ins Talinnere begleiteten. Von dieser Situation gar nicht begeistert, übernahm von nun an "Gummibandl-Sigei" aka Averall Dalton (Anm. d. Red.: Geht als ob man ein Gummiband spannen und schlagartig auslassen würde und hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem Größten der Dalton-Brüder) die Führung. Da es in unserer Natur liegt, gesehene Handlungen zu erlernen und nachzuahmen, wollten auch wir (Rider "jung") einmal in den Genuss der Führung kommen und setzten dies während einer kurzen Rast auch um! Nachdem wir uns gekonnt an "Gummi-Sigei" vorbeischleichen konnten, zogen wir unsere Hikeline im frischen Pow Richtung Hochbrunnerschneid. Aus irgendeinem Grund folgte uns nur ein kleiner Teil der Rider, der Großteil folgte der bereits vorhandenen Spur Richtung Oberbachernspitze (Anm. d. Red.: Hatten die Rider "uralt" einfach nur die Pants voll oder entwickelt man im Laufe der Jahre einen Instinkt für Gefahr? Man weiß es nicht!). Was sich von diesem Zeitpunkt an bei den 2 (evt. teilweise auch 3) Gruppen abspielte, darüber kann nur spekuliert werden. Fakt ist: Jedem steht ein "Give up and turn around Award" zu, doch trotzdem kamen alle von uns noch einmal in den Genuss eines Gipfels (Anm. d. Red.: Nennen wir den erreichten Hügel einfach mal so. Auch der höchste erreichte Punkt zweier Rider, die mit Materialproblemen zu kämpfen hatten, kann im weitesten Sinne als Gipfel gezählt werden) und einer Abfahrt mit diversen Drops in Verbindung mit Bruchharsch und Pow. Zu guter Letzt finden wir uns alle wieder auf der Talschusshütte ein und lassen unser Riderweekend bei Flüssig- und Festnahrung sowie der Wahl zum "Rider of the Weekend" ausklingen!

Nachdem wir die Langlaufloipe zurück zum Auto bewältigt hatten, gings auch schon ab nach Hause. Die Fahrt im "Suck my Dick" gestaltete sich als äußerst schwierig, da gelgentliche Giftgaswolken dem Fahrer ziemlich zusetzte und es an ein Wunder grenzt, dass wir die Fahrt heil überstanden haben!(Anm. d. Red.: Auch die Raserei des Fahrers, die durch seine unheimliche Geilheit angetrieben wurde, gab der Fahrt noch die gewisse Würze.)


Alles in allem ein gelungenes Wochenende, das wir sicher wieder einmal wiederholen werden, wenn es wieder heißt: JUNG und ALT - gemeinsam statt einsam

P.S.: Und die Moral von der Geschicht: Rider ist man(n), oder nicht!


Samstag, 16. Januar 2010

JM- Jahreshauptversammlung

Am 5.2. ist es wieder soweit! Wir bestreiten unsere alljährliche Jahreshauptversammlung! Treffpunkt um ca. 19:00 Uhr in Fieberbrunn/Rosenegg! Bitte früh genug bei Hechei oder Hias melden wegen Reservierung! Wir freuen uns schon und hoffen auf zahlreiche Teilnehmer.

Sonntag, 10. Januar 2010

Canadian Rockies Ice, part 3

Wieder zurück in Canmore zeigte der Wetterbericht für die nächsten Tage zwar ziemlich kalte Temperaturen, aber davon lassen wir uns ja bekanntlich nicht aufhalten...

Zuerst stand der gigantische Wasserfall Borgeau Left, WI5, 200m auf dem Programm, und wäre der Wind nicht so stark ausgefallen, so wärs richtig gemütlich gewesen. Vielleicht war auch der aus dem vorigen Abend resultierende Schlafmangel und etwas gehobene Alkoholpegel im Blut schuld daran, wer weiß. Aber was solls, für solch geniale Meter in bestem Eis friert man ja gerne (und zerstört sich seine Lippen, aber wer sich bei -20° einen Karabiner in den Mund nimmt, ist selber schuld!!!). Problematisch sind auch immer größer werdende Eisklumpen an den Wimpern, da sehr sehfeldbeeinträchtigend. Eine heiße Dusche und ein ausgiebiges Abendessen lassen den ausgekühlten Körper wieder auf Touren kommen, und Pläne für den nächsten Tag sind gleich ausgeheckt...

Angesichts der kalten Temperaturen verschlug es uns nochmal zur Weeping Wall, Eisklettern in der Sonne kling sehr verlockend. Über den Snivelling Gully, WI3, 150m, eilen wir gleichzeitig kletternd auf das große Band und stapfen weiter Richtung Upper Weeping Pillar, WI6, 150m, ein absoluter Klassiker unter den kanadischen Eisklettereien. In der Sonne wars dann richtig warm, und der ausgesetzte und steile Weeping Pillar rundete den Tag perfekt ab.

Unseren letzten Klettertag verbrachten wir nochmals im Ghost Valley, und wie sich herausstellen sollte, haben wir uns den mit Abstand besten Wasserfall für den Schluss aufgehoben: Hydrophobia, WI5+, 150m, ein einzigartiger Eisfall. Doch diesen zu erreichen ist etwas zeitaufwändig, zuerst die Offroad-Anfahrt (Ghost River Ralley), dann ca. 3h Zustieg durch dichtesten kanadischen Wald. Aber wenn man das Ding erst mal vor Augen hat, kann mans kaum glauben. Eine noch spektakulärere Position kann man sich nicht vorstellen. Und auch die Kletterei ist vom feinsten, "Plastik-Eis" vom Einstieg bis zum Ausstieg. Die Rucksäcke nahmen wir diesmal mit, um den Weg zum Gipfel fortzusetzen - das hat sich gelohnt, der Ausblick übers Ghost Valley bei Sonnenuntergang war einzigartig. Abgeseilt haben wir über den "Sorcerer", den wir am Anfang unseres Trips geklettert sind. Besser als Hydrophobia gehts einfach nicht mehr, total abgeschieden, keine Menschenseele weit und breit und eine unvergleichliche Landschaft.

Mit einem lachenden (weil so viele geile Sachen geklettert) und einem weinenden (weil schon wieder vorbei) Auge feierten wir unseren Abschied bei einigen Bierchen und begaben uns am Freitag nach Calgary, wo wir uns noch den Luxus einer Fahrt auf den Calgary Tower gönnten, bevors dann zurück nach Hause ging...

Alles in allem eine eindrucksvoller und unvergesslicher Eiskletter-Trip!

Calgary City
Simon beim Abstieg ins Ghost Valley

Sonnenuntergang nach Hydrophobia

(Fast) geschafft: Am Ausstieg von Hydrophobia

Simon schwingt die Äxte in Hydrophobia

Hechei in Hydrophobia

Besser gehts nicht mehr - Hydrophobia im Ghost Valley

Sonnenaufgang im Ghost Valley

kleiner Hechei in der mächtigen Upper Weeping Wall

Ideales Ziel bei -25°: Die sonnige Weeping Wall

Howse Peak am Icefields Parkway

Sonnenaufgang auf dem Icefields Parkway

Kälte + Karabiner im Mund = eh scho wissen

Team Kanada unterm Borgeau Left