Mittwoch, 2. September 2009

Candlelightdinner am Fleischbankpfeiler

Als Guido mir letzte Woche einen romantischen Antrag machte, doch mit ihm einmal eine Nacht am Fleischbankpfeiler zu verbringen, konnte ich ihm nicht wiederstehen und lies einmal mehr meine Baustelle (Einzugstermin November - good by) links liegen! Hintergrund dieser Geschichte war ein Fotoshooting von Meisl Michi, die er mittels Schida Hubschrauber knipsen wollte. Gesagt,getan - So starteten wir letzten Montag abend mit einem überdimensionalen Gepäck Richtung F- Nordgrat. Die Ausrüstung glich eher an einem El-Cap Versuch als an ein gemütliches Übernachten im Kaiser! Um meinen Rucksack etwas leichter zu machen zerstörte ich noch schnell ein Bier am Parkplatz das mit Genuss verzehrt wurde! Guidos Kommentar dazu: "Wos bist eig. du fia a Voitrottl"




Der Anstieg gestaltet sich als lang und mühsam, was bei diesem Gepäck (warum war der Rucksack nur so schwer?? Essen Bier.... 3Liter Wasser---Danke Guido) kein Wunder war.
Dazu kam das wir uns schweren Herzens eingestehn mussten, dass wir am Badesee die Zeit übersehen hatten! So konnten wir die letzten Sonnenstrahlen nur noch von der Ferne beobachten.....so ein scheißdregg!



Doch je näher wir den Einstieg des Nordgrats kamen um so näher kamen wir auch der Sonne entgegen! Die Zeit schien still zu stehen, die Sonne auch! Eine unvorstellbare Motivation trieb uns nach oben und siehe da, plötzlich standen wir mitten in der glühroten Abendsonne! Da hat wohl von oben wer auf uns geschaut (danke Huwi)! Was sich dort am Grat abspielte, können keine Worte erklären also lassen wir die Fotos sprechen:







Nachdem wir unser Fotoshooting beendet hatten, konnten wir uns endlich über unseren Proviant stürzen: mehrere Liter Bier 1 Kilo Brot, Wurst,Käse, Schoki, Kaffee den man mittels saugen aus meinen Rucksack entnehmen konnte usw. Mit vollem Magen beobachteten wir noch einige Zeit die umwerfende Abenddämmerung, die sich langsam zur Nacht verwandelte.





Die Suche nach der richtigen Schlafposition gestaltete sich als äußerst schwierig: Sie bewegten sich von Kopf links,rechts- Hand oben und unten, Beine eingezogen, ausgestreckt überkreuz bis zu klimmzugartigen Bewegungen in der Horizontale. Zu guter letzt nervte uns noch eine Maus die uns die letzten ruhigen Minuten nahm und unser Frühstück verzehrte. Doch wer diesen weiten Weg nahm um 2 arme Kletterer auszubeuten, dem sei es vergönnt. Als wir endlich unsere richtige (Löffl) Schlafposition fanden, leutete auch schon der Wecker!





Warscheinlich war es der fehlende Kaffee der Guido nicht aus dem Schlafsack brachte, jedenfalls befanden wir uns noch in "Zustiegsmontur" als der Hubschrauber seinen 1. Überflug über unser Köpfe machte! (Hm jaja so schnell können 8 Minuten vergehen, geh guijoe). Um dem Ruin zu entgehen - der Hubschrauber kostete immerhin 22 Euro die Minute - entschlossen wir uns der Sache ein bisschen Schwung zu geben! Das dabei Schuhe,Seil und Socken 350m der Erdanziehung folgen mussten war Guidos Idee!





Nun stand dem Shooting nichts mehr im Weg! Nach einer viertel Stunde poosing wars auch schon wieder vorbei. Als Draufgabe zu diesem megageilen Event fanden wir unsere Sachen noch restlos, versträut in der Steinernen Rinne! Laut Michi sollen die Fotos "zum Abspritzen" sein. Man darf gespannt sein. Zu guter letzt ganz nach alter Tradition ließen wir diese 2 Tage mit einem kühlen Bier auf der Griesneralm ausklingen!

Samstag, 29. August 2009

Operation Granit oder Operation Verderben?

2 Wochen Urlaub Ende August brachten Bombi und Hechei auf eine sogenannte "Reise zum Granit" - Ziel waren die Klettergebiete im Schweizer Bergell sowie im italienischen Val di Mello. Mit einem vollbepackten, vollbetankten und vor allem noch voll einsatzfähigen JM-Mobil gings auf die erste Station der Reise, das von granithungrigen Kletterern und Boulderern liebevoll "Little Yosemite" genannte Val di Mello. Zwei erstklassige Alpinrouten wurden hier von unseren Händen uns Friends gestopft - der Kosename "Little Yosemite" scheint jedenfalls kein bisschen übertrieben. Von den Rissen und Platten der "Kundalini" (10SL, 6a+) waren wir ja schon hellauf begeistert, aber was tags darauf folgte, stellt so einiges in den Schatten: Die "Luna Nascente" (9SL, 6b) zieht in einer einzigartigen Linie, immer genialen Rissen folgend, gen Himmeln und lässt unsere Kletterherzen überschäumen - einzig und allein die Bohrhaken fehlen hier - und das ist auch gut so... Die Abende gestalteten sich auf Grund der Anwesenheit anderer, namhafter Kletterpersönlichkeiten mit dem Autokennzeichen "KB" als recht amüsant...
Eine vielversprechende Wetterprognose brachte uns kurzzeitig zum Entschluss, dem Granit mal kurz fremdzugehen und uns in den Walliser Gneis zu begeben. Nach einer 7-stündigen Anreise (der kürzeste Weg auf der Karte ist nicht immer der schnellste!!!) stehen wir in Zermatt und schmeißen uns in den fotografierenden, staunenden und vor allem viel-Schweizer-Fränkli-ausgebenden Touristenhaufen und starten Richtung Rothornhütte, und kaum hat man Zermatt hinter sich, schaut die Welt schon anders aus, und dies durchwegs im positiven Sinne. Tags darauf starten wir frühmorgens zum Obergabelhorn (4063m), wo uns schöne Kletterei in Fels und Eis erwartet (bis 50° / III+). Nach einer kurzen Gipfelrast bei gigantischem Panorama gehts zurück zur Hütte, und gestärkt durch ein deftig-köstliches Abendessen und Frühstück gehen wir am nächsten Tag noch das Zinalrothorn (4221m) an. Bei ähnlichen Schwierigkeiten wie am Vortag und ebenfalls bestem Wetter verbringen wir wieder einen tollen Hochtourentag. Nur der Abstieg nach Zermatt zieht sich dann etwas, aber der unten wartende McDonalds beschert uns hierzu die notwendige Motivation.
Anschließend gehts wieder ins Val di Mello, mit Waterlinen, Sportklettern und selbst abzusichernden Risstouren verbringen wir noch einige Tage dort, bevor wir auf die Schweizer Seite des Bergells wechseln. Ein urlaubstaugliches Ziel war gleich gefunden - das Albignatal mit dem gleichnamigen Stausee. Mit Zelt und Co. stopften wir uns in die enge Kabine der Seilbahn, und nach 10min gehen erreichen wir einen herovorragenden Zeltplatz. Rechtzeitig vor Beginn des hereinziehenden Gewitters liegen wir im Zelt, die folgenden 2 Tage versprachen Alpinklettern vom Feinsten. Höhepunkt war sicher die Besteigung der beiden Türme Fiamma und Dente. Nachmittägliche Lunzerei, Badelei, Kocherei und nächtliche Kuscheleien rundeten das Gesamterlebnis perfekt ab.
Nach dem Abbau unseres "Basecamps" begaben wir uns ins nächste Tal, das Bondasca-Tal, Ziel war die Sciorahütte bzw. die "Diretta Integral" auf die Sciora Dafora (22SL, 6c). Frühmorgens gings durch Nebel zum Einstieg, und nach dem obligaten Einstiegs-Stuhlgang starteten wir durch - die ersten 12 SL in 1 1/2 Stunden - gleichzeitiges Klettern und Tiblocs sei dank - ehe wir uns an die oberen, spektakulären Seillängen machen. Nach 5 Stunden stehen wir auf dem über 3000m hohen Gipfel der Sciora Dafora, eine unbeschreiblich schöne Tour in bestem Granit hinter uns. Den gar nicht so einfachen Abstieg schafften wir noch vor unserem Kontrahenten, dem Nebel.


Für die letzten Tage der Woche war entspanntes Sportklettern im Engadin geplant, und dass wir nicht nur klettern können, beweist eine abenteuerliche Ruderbootfahrt auf dem Silser See, aber wie so oft kommt es anders als man denkt: Ein Radlagerschaden beim JM-Mobil setzt dem Urlaub bzw. der "Operation Granit" ein jähes Ende und stürzte uns unerwartet in die "Operation Verderben", doch der ÖAMTC und "Taxi Koala" brachten die Lösung für dieses Problem. So sitzen wir nun zu Hause, voll mit Eindrücken und Erinnerungen von 2 Wochen feinster Alpengaudi und warten auf das irgendwo herumgeisternde JM-Mobil...

Dienstag, 25. August 2009

Wildangerwochenende

Und wieder ist ein JM-Jahr vergangen und einmal mehr versammelten sich alle auf der Wildangerhütte um Party, Spaß und Klettern zu vereinigen!





Am Sa. um ca. halb 8 schleppte sich eine Karawane junger Sherpas vom Parkplatz der Griesneralm richtung Wildangerhütte! Ihr Tempo war nicht gerade schnell, hatten sie doch viel Verpflegung (Bier, Bier,Bier, Wein, Schnaps, Whiskey, Grillfleisch) für die bevorstehende Expediton mitzunehmen!




Dort angekommen teilte man die sogenannten "Expeditionsleiter" ein, die aus Simon, kloa Hechei, Reitei, Andi und Hias bestanden. Es wurden der Predigtstuhl ( Diretissima), die Fleischbank (Wiesner-Rossi, N- Grat) und das Totenkirchl (Fick Kamin, Nieberl Kamin und Südverschneidung) bestiegen. Nach diesem erfolgreichen Tourentag wurde natürlich wie immer kräftig gefeiert! Die einen länger die anderen (alkohol bedingt) kürzer! Ganz nach dem Motto: "What happens at the Wildanger, stays at the Wildanger!" Somit erliegt dieser Abend einmal mehr der Zensur!





Nach einer kurzen Nacht gestört durch diverse Schnarchatacken und gekackere der Mädls gings am So. für diejenigen, die nicht arbeitn mussten oder plötzlich erkrankt sind noch einmal zur Sache! Der Predigtstuhl (N-Kante) musste eine Plage von Jungmännes über sich ergehen lassen, auch der Fleischbank N-Grat wurde wieder "benützt"! Einzig und allein der Stripsenzahn konnte sich noch über uns freuen da wir ihn von lästigen Preissnkaries befreiten!








Abermals ein gelungener Tag! Im Nachhinein noch einmal Dank an der zahlreichen Teilnahme und des reibungslosen Ablaufes des gesamten We! Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder, bis dorthin:



BERG HEIL

Sonntag, 9. August 2009

Wildangerhütte 09

So Jungs und Mädls, Alpinisten und Sportkletterer, Säufer und Griller!

Kommendes Wochenende (15,16 Aug.) ist es wieder soweit:
Das alljährliche Alpinwochenende auf der Wildangerhütte!

Kurze Info: Kommen kann wer will. Die Hütte wird Samstag schon den ganzen Tag geöffnet sein! Am Abend ist dann eine Grillerei mit musikalischer Umrahmung aus Peru geplant! Sonntag, sollte das Wetter passen, herrliche Alpengaudi im Kaiser ;-)
Verpflegung, Hüttengebühr und ne portion gute Laune nicht vergessn!


Berg Heil bis dann!

Montag, 3. August 2009

Le belle Dolomiti

Im südlichen Teil der Dolomiten, genauer gesagt in der Civetta, steht ein einzigartiger, mächtiger Felsturm, getauft auf den klingenden Namen „Torre Trieste“. Schon vom Parkplatz bei der Capanna Trieste sticht die Südostkante ins Auge, und genau diese wurde bereits 1935 durch Riccardo Cassin und Vittorio Ratti erstbegangen. Wenn man an die damilige Ausrüstung denkt, so ist es für uns fast unvorstellbar, sich in dieses steile und ewig lange Gemäuer zu wagen.

Vergangenes Wochenende war es das Ziel von Hias und Hechei, dem Torre Trieste über die besagte „Cassin“ auf das Haupt zu steigen. Das Ganze begann, wie üblich, mit einer nächtlichen (Irr)fahrt durch die Dolomiten, beim Parkplatz angekommen, waren wir gerade noch in der Lage, unsere Matten und Schlafsäcke auf eine frisch gemähte Wiese auszubreiten und unsere müden Körper in diese luxuriöse Schlafstätte zu bewegen – dann war’s aus. Auf Grund des beruhigenden Duftes des um uns herumliegenden Heus oder etwa doch wegen Müdigkeit bzw. Übelkeit, hervorgerufen durch rasante Autofahrt auf kurvigen Passstraßen, fielen wir sofort ins Reich der Träume.

Nach einer kurzen, aber sehr geruhsamen Nacht, versüßt durch ausgiebige Kuscheleinheiten mit den ebenfalls hier seßhaften Ameisen, startete die Frühstücksprozedur, und um 5 Uhr gings dann los. Zwei Stunden später, nachdem wir, am Ende schon leicht gereizt, mehrere kleine Bächlein mit unseren 4 Litern Wasser in den Rucksäcken passierten und die obligaten Morgenbedürfnisse verrichtet hatten, standen wir beim Einstieg. „Do sein die Nägl!“, hallte es von oben herab – 2 Südtiroler kletterten bereits in der Tour – juhu, sogar gleichsprachige Gesellschaft. Gleich am Anfang sind einige schwere Seillängen bis 7+ zu meistern, die Hakenquantität reicht von viel bis gar nichts, die Qualität von neu bis rostig-bröselig. 12 Seillängen später erreichen wir das Band in Wandmitte, und nach einer kurzen Rast in den Latschen machten wir uns an den oberen, lt. einschlägiger Fachliteratur und Expertenmeinung viel schöneren, Teil der Route. Dem können wir nur zustimmen, eine Seillänge übertrumpft die andere, anhaltende Schwierigkeiten bis 7- und zunehmende Ausgesetztheit lassen unsere Kletterherzen überschäumen, aber irgendwie scheint kein Ende in Sicht zu sein. Um 15 Uhr erreichen wir schlussendlich das Haupt des Torre Trieste, und wie solls auch anders sein – wir stecken voll im Nebel, also nix mit Panorama und so…

Unseren mitgebrachten Proviant konnten wir gar nicht so richtig genießen, schmeckt alles etwas trocken ohne Wasser. Auf Grund der fehlenden Sicht und des fehlenden Wassers beschlossen wir schon nach wenigen Minuten den Abstieg anzugehen, welcher, glaubt man zumindest der einschlägigen Fachliteratur und Expertenmeinung, einer der rassigsten der Dolomiten sein soll. Dies können wir nun gar nicht bestätigen, meistens kann man abseilen, richtig schwierige Abkletterstellen „a la Dolomiti“ finden wir nicht. Beim Zeitaufwand hat die einschlägige Fachliteratur und Expertenmeinung jedoch wieder Recht – erst 3 Stunden später stehen wir wieder am Einstieg, wo das heiß ersehnte Wasser wartete. Rückblickend gesehen sicher eine der lohnendsten Dolomitentouren, in Anbetracht der anhaltenden Schwierigkeiten und der Länge der Tour (22 Seillängen) sowie des Abstiegs eine tagesfüllende, nicht zu unterschätzende Beschäftigung.

Für den Abend war das Kennlernen des Nachtlebens in Alleghe vorgesehen, dies beschränkte sich jedoch auf eine Pizzeria, aus welchen Gründen auch immer wollten wir eher in die Schlafsäcke als in die leeren Bars. Nach einer wiederum geruhsamen Nacht (diemal ohne Kuscheleinheiten mit Ameisen – wir verlagerten das Schlafgemach auf den Hubschrauberlandeplatz) beschlossen wir spontan, die Heimreise anzutreten und dabei einen Abstecher auf dem Sellajoch zu machen, was sich im Nachhinein betrachtet als folgenschwerer Fehler herausstellte. Das dort oben viel los ist, wussten wir ja, aber so viel… Na ja, was solls, so verbrachten wir eben den restlichen Tag mit Edelweißpflücken, Lunzen und beobachten des Herdenverhaltens von gestressten Kletterern in überfüllten Alpintouren.

Montag, 20. Juli 2009

Immer wieder Stoaplott...






Kälte und Schnee, und dass im Juli - nicht gerade kletterfreundlich. Aber ein Alternativprogramm, dass es immer wieder ganz schön in sich hat und Adrenalin pur verspricht, war gleich gefunden: Die Steinplatte, unser Highlineparadies. Shorty, Claudia, Bombi, Pia, Eri und die Hechenberger-Brothers (wie es Shorty zu sagen pflegt: "Hechenberger-Brut") machten sich ans Eingemachte, die Line war gleich gespannt, und nach einer deftigen Portion "Penne in Rahmsauce" und einer nicht enden wollenden "wer geht als erster"- Frage, welche schlussendlich in feinster Manier durch Knobeln beantwortet wurde - so traf es den großen Hechei, nach einem Probesturz gings dann ans andere Ende. Auch der folgende Aspirant (kloa Hechei) konnte sich nach einem vertauensgewinnenden Sturz "durchsetzen". Dann war Highline-Neuling Shorty dran: Und siehe da, der stellt sich gar nicht blöd an und hat gleich mal eine neue Leidenschaft für sich entdeckt.

Die Hechenberger-Brut hatte noch nicht genug und stellte sich nochmals auf das ausgesetzte Band - mit Erfolg - und motiviert durch diesen gelungenen Tag im Zeichen der Balance haben wir uns auch gleich ein neues, längeres Highline-Projekt in den Kopf gesetzt...man darf gespannt sein!

Besten Dank an Shorty für die guten Fotos, der gute Mann wird ab jetzt als Highline-Fotograf eingestellt...

Mittwoch, 15. Juli 2009

Klettern in der Pala oder Wochenende im Nebel

Vergangenes Wochenende zog es eine kleine Fraktion der Jungmannschaft in den südlichsten Teil der Dolomiten - die Pala di San Martino. Wieder mal verhieß das Wochendwetter daheim nichts gutes, wann hat das Wetter wohl endlich ein Erbarmen mit uns bzw. mit dem durch die vielen "fluchtartigen" Fahrten in wetterbegünstigte Regionen stark beanspruchten JM-Mobil?

Seis drum, das Wochenende hat sich (zumindest für 3 der 4 Mitstreiter) voll und ganz gelohnt. Die erste Nacht verbringen Eri und Hechei im Kofferraum des JM-Mobils, Chris und kloa-Hechei hatten etwas Angst vor einer Nacht unter freiem Himmel (trotz kältetauglicher Schlafsäcke) und bauten ein etwas desolates 30€-Zelt der Marke "Hofer" auf.

Tags darauf starteten wir, nachdem das Zelt verräumt war und andere frühmorgendliche Gewohnheiten erledigt waren, bei bestem Wetter Richtung Rifugio Treviso. Doch schon nach einer halben Stunde klagte Chris über Blasen, Grund dafür waren (anscheinend) die neuen Schuhe. Also abgeklebt und weiter. Nach 2,5 Stunden Zustieg erreichen wir den Wandfuss der Sass d'Ortiga Westkante. Das Wetter hat sich mittlerweile in einen verwirrenden Mix aus Sonne und Nebel geändert - sollte ja normal sein in der Pala. Über die "Wiessner-Kees"-Route steigen wir dem Gipfel entgegen, keine Haken, dafür umso mehr Sanduhren, fester, steiler und griffiger Fels, alles scheint perfekt zu sein - bis wir auf eine Gruppe Italiener stoßen, über 10 an der Zahl und eher langsam unterwegs. Somit verzögert sich die Ankunft am Gipfel erheblich, lange Wartezeiten im Nebel bei gar nicht so angenehmen Temperaturen waren die Folge. Beim Anblick der nicht vorhandenen Kletterkünste unserer italienischen Vorgänger fragt man sich, was die wohl in so einer Tour verloren haben?!? Nichtsdestotrotz erreichen wir den nebelverhangenen Sass d'Ortiga, und 2 Stunden später stehen wir wieder beim Auto und genießen eine Kneipp-Session im kühlen Gebirgsbachei.

Nach einer himmlischen Pizza und den üblichen Zutaten treten wir die abenteurerliche Fahrt zum Parkplatz der Velohütte an. "Bei schlechtem Zustand der Straße ist es ratsam, von San Martino zu Fuss dorthin zu gelangen", sagt uns der Führer, aber lieber gut gefahren als schlecht gegangen! Dank der hervorragenden Geländegängigkeit des JM-Mobils und den Fahrkünsten des dazugehörigen Piloten stehen wir - nach mehrmaligen lauten Krachen unter uns - am besagten Parkplatz und bereiten uns wieder auf die Nacht vor, Eri und Hechei wieder im "HOTEL Golf" und Chris und kloa-Hechei in der Pension "wackliger Wigwam".

Am nächsten Morgen starten wir bereits um 6:00 Uhr, doch leider muss der angeschlagene Chris auf Grund von blutigen Blasen an den Füßen w.o. geben und beim Auto bleiben, und das ohne Handy und sonstige Technik...armer Chris. Also starten die verbliebenen 3 Richtung Velohütte, nach 1 1/2h stehen wir oben und freuen uns darüber, dass nur 2 Seilschaften vor uns in die weltbekannte Schleierkante an der Cima della Madonna einsteigen. Und die Tour hält, was sie verspricht: Steil, fester und vor allem rauer Fels, wiederum mit unzähligen Sanduhren. Sogar die eher leichteren Seillängen sind ein einziger Genuss. Wäre da nicht die Kälte, der Nebel und der Wind, der den nachsteigenden (Eri und kloa-Hechei) in Form von dauernden Oanegl zu schaffen macht. Bei einem Wechselspiel aus Sonne und Nebel gehts schnell voran, und so erreichen wir auch bald den Gipfel der Cima della Madonna, wohlwissend, dass noch ein anspruchsvoller Abstieg der Art "Dolomiten" vor uns liegt. Und wie durch ein Wunder hat Chris den Tag ganz allein und ohne Technik am Parkplatz verbracht - und auch wohlbehalten überstanden.
Und die Moral von der Geschicht: Kletterst in der Pala, siehst die Sonne nicht!

Donnerstag, 9. Juli 2009

Einmal westliche Zinne und zurück bitte!




Um den schlechten Wetter einmal zu entkommen, ein paar Klettermeter zu ergattern (was sich bei diesem sch. Wetter als schwierig erweist!), die Lücke im Baustress zu füllen oder um einfach einmal die Zinnen zu besichtigen, beschlossen die zwei lustigen Gefährten Guijoe und le Leeon die Gelegenheit beim Schopf zu packen und traten vergangenen Mittwoch eine Reise zu den Zinnen an.








Dort angekommen begrüßte uns strömender Regen der im Laufe des Abends in Gipfelnähe in Schnee überging. Nach einer kurzen Nacht die durch Guidos Lachatacken versüßt wurde, vibrierte uns Guidos Handy um halb 5 aus dem Schlaf. Nach längeren hin und her und vor allem aufgrund "guter Worte" (Stichwort Chicken Out Variante) unserer Mitstreiter entschieden wir uns für die Route "Alpenliebe" welche auf die westlich Zinne führt und sich im oberen 7. Franzosengrad bewegt. Frisch und munter stiegen wir dann bei 3 Grad in die Nordwand ein. Die Tour stellte sich als echter Geheimtipp heraus! Steile ausgesetzte Kletterei an Leisten und Löchern ließen unsere Klettererherzen höher schlagen. Der ein oder andere Runout holte uns dann wieder aus unseren Höhenflug runter. An dieser Stelle sei noch einmal ein Dank an Huber Tom auszusprechen der uns die Griffe teils markiert zurücklies.






Nach 13 Seillängen mit einem mächtigen Pump in unseren Unterarmen legte sich die Wand endlich etwas zurück. Am Gipfelband angekommen gestaltete sich der weitere Routenverlauf als nicht nachvollziehbar. Da wir keinen Stand mehr fanden und auch sonstige Hilfsmittel (Haken usw.) entdeckten, folgten wir dem Verlauf des Bandes und suchten uns den Weg nach unten.
Das ein improvisierter Abstieg in den Dolomiten sich immer als Abenteuer gestaltet muss man hier nicht wirklich erwähnen.




Beim Auto angekommen stürzten wir uns erstmal über unsere Jause und den tiefgekühlten Radler ( die Kälte hat auch seine guten Seiten). Um den Tag zu vollenden schleppten wir uns noch in eine Pizzaria die uns dann den Rest gab.


Um dem nächsten Tag schwung zu geben benötigten wir einiges an Zeit (ob es am Ei auf der Pizza lag wird sich erst in den kommenden Tagen herausstellen). Mein Blick in Guidos Visage und zu den tief wolkenverhangenen Bergen ließen mich (uns) zu dem Entschluß kommen die Heimreise anzutreten. Alles in Allem hat es sich auf jeden Fall ausgezahlt und wir werden wieder kommen ;-)






Donnerstag, 2. Juli 2009

Allein am Hörnli..

Das grottenschlechte Wetter der vergangenen Wochen und eine durchaus passable Wetterprognosse für das Schweizer Wallis lockte uns, die Hechenberger-Buam und den allseits bekannten Hone, in das besagte Land des Käse, der Toblerone und der Fränkli, genauer gesagt an den "schönsten Berg der Welt", das Matterhorn (4477m).
Nach einer nächtlichen Autofahrt begannen die Fränklis zu fließen: Parkgebühr, Zug nach Zermatt, Frühstück in Zermatt (bei McDonalds, aber auch der hat da heftige Preise), Bähnli zum Schwarzee, aber was tut man bzw. zahlt man nicht alles für so einen Anblick! Majestätisch steht es vor uns das Hörnli, nur eine kleine Wolkenfahne verdeckt den Gipfel. Unseren ursprünglichen Plan, den Zmuttgrat, haben wir gleich mal verworfen, zu viel Schnee ist noch am nordwestlich gerichteten Grat. Also beschließen wir, den "Normalweg" über den Hörnligrat anzugehen, und hofften auf nicht allzu viele Weggefährten am Seil der Schweizer Bergführer.
Auf der Hörnlihütte angekommen war die Überraschung riesengroß und irgendwie kaum zu glauben: Wir sind die einzigen da oben! Für ein paar wenige Fränklis checken wir ein und genießen den restlichen Nachmittag, eine Dose Bier und eine Flasche Sprite um 14 Franken dürfen da natürlich nicht fehlen. Auch zum Auschecken des ersten Teils unseres Zieles bleibt noch Zeit, und siehe da, es stimmt einfach was alle sagen: Schwer zu finden das Ganze! Ein abendliches Gewitter kann uns die Stimmung auch nicht vermiesen, die Prognose für den morgigen Tag verspricht super Wetter.
Nach einem ausgiebigen Abendessen begeben wir uns mit einem Bauchmuskelkater (beim Essen wars ziemlich lustig) ins eiskalte Lager, und wenige Stunden später scheppert der Wecker. Der Strom wurde uns natürlich abgeschalten, ist ja klar, bei solch billigen Nächtigungspreisen müssen die ein wenig aufs Geld schauen, und so mussten das Frühstück und der Morgenschiss im Schein der Stirnlampen vollbracht werden. Vollmotiviert starten wir ins Abenteuer, trotz der Erkundung vom letzten Tag schlagen wir einige Male den falschen Weg ein, bei Einbruch der Morgendämmerung sind wir schon weit oben, und etwas später erleben wir einen eindruckvollen Sonnenaufgang, die Walliser Bergwelt zeigt sich von der besten Seite. Kurz unter der Solvayhütte zeigen sich die Reste des Winters: Schneefelder, eisüberzogene Felsen, also raus mit den Steigeisen (bis zum Gipfel sind wir die Dinger auch nicht mehr losgeworden). Die Fixseile oberhalb der Schulter verlangen einiges an Armkraft, und das Firnfeld vor dem Gipfel ist nicht zu unterschätzen. Und plötzlich stehen wir oben, bei bester Fernsicht und vor allem aber mutterseelenallein. Die Gipfelfreuden dauern nicht lange, wenige Minuten später beginnen Wolken aufzuziehen, welche uns während des Abstiegs weiterverfolgten. Auch Donnergrollen war zu hören, gott sei Dank blieben wir davon verschont. Der Abstieg hatte es ganz schön in sich, vor allem die von der Sonne aufgeweichten Schneereste waren heikel, das ständige Klettern mit Steigeisen ging schönlangsam in die Unterschenkel.
Am Nachmittag trafen wir wieder auf der Hütte ein, und die letzte Talfahrt mit der Gondel ging sich auch noch aus. Alles in allem eine durchgehend anspruchsvolle (eigentlich fast kein Gehgelände), lange (ca. 1300Hm, Kletterlänge noch viel mehr) und vollste Konzentration erfordernde Tour auf einen eindrucksvollen Gipfel, und wir durften das Ganze ohne Trubel und Stress erleben.