Mittwoch, 2. September 2009
Candlelightdinner am Fleischbankpfeiler
Samstag, 29. August 2009
Operation Granit oder Operation Verderben?
Eine vielversprechende Wetterprognose brachte uns kurzzeitig zum Entschluss, dem Granit mal kurz fremdzugehen und uns in den Walliser Gneis zu begeben. Nach einer 7-stündigen Anreise (der kürzeste Weg auf der Karte ist nicht immer der schnellste!!!) stehen wir in Zermatt und schmeißen uns in den fotografierenden, staunenden und vor allem viel-Schweizer-Fränkli-ausgebenden Touristenhaufen und starten Richtung Rothornhütte, und kaum hat man Zermatt hinter sich, schaut die Welt schon anders aus, und dies durchwegs im positiven Sinne. Tags darauf starten wir frühmorgens zum Obergabelhorn (4063m), wo uns schöne Kletterei in Fels und Eis erwartet (bis 50° / III+). Nach einer kurzen Gipfelrast bei gigantischem Panorama gehts zurück zur Hütte, und gestärkt durch ein deftig-köstliches Abendessen und Frühstück gehen wir am nächsten Tag noch das Zinalrothorn (4221m) an. Bei ähnlichen Schwierigkeiten wie am Vortag und ebenfalls bestem Wetter verbringen wir wieder einen tollen Hochtourentag. Nur der Abstieg nach Zermatt zieht sich dann etwas, aber der unten wartende McDonalds beschert uns hierzu die notwendige Motivation.
Anschließend gehts wieder ins Val di Mello, mit Waterlinen, Sportklettern und selbst abzusichernden Risstouren verbringen wir noch einige Tage dort, bevor wir auf die Schweizer Seite des Bergells wechseln. Ein urlaubstaugliches Ziel war gleich gefunden - das Albignatal mit dem gleichnamigen Stausee. Mit Zelt und Co. stopften wir uns in die enge Kabine der Seilbahn, und nach 10min gehen erreichen wir einen herovorragenden Zeltplatz. Rechtzeitig vor Beginn des hereinziehenden Gewitters liegen wir im Zelt, die folgenden 2 Tage versprachen Alpinklettern vom Feinsten. Höhepunkt war sicher die Besteigung der beiden Türme Fiamma und Dente. Nachmittägliche Lunzerei, Badelei, Kocherei und nächtliche Kuscheleien rundeten das Gesamterlebnis perfekt ab.
Nach dem Abbau unseres "Basecamps" begaben wir uns ins nächste Tal, das Bondasca-Tal, Ziel war die Sciorahütte bzw. die "Diretta Integral" auf die Sciora Dafora (22SL, 6c). Frühmorgens gings durch Nebel zum Einstieg, und nach dem obligaten Einstiegs-Stuhlgang starteten wir durch - die ersten 12 SL in 1 1/2 Stunden - gleichzeitiges Klettern und Tiblocs sei dank - ehe wir uns an die oberen, spektakulären Seillängen machen. Nach 5 Stunden stehen wir auf dem über 3000m hohen Gipfel der Sciora Dafora, eine unbeschreiblich schöne Tour in bestem Granit hinter uns. Den gar nicht so einfachen Abstieg schafften wir noch vor unserem Kontrahenten, dem Nebel.
Für die letzten Tage der Woche war entspanntes Sportklettern im Engadin geplant, und dass wir nicht nur klettern können, beweist eine abenteuerliche Ruderbootfahrt auf dem Silser See, aber wie so oft kommt es anders als man denkt: Ein Radlagerschaden beim JM-Mobil setzt dem Urlaub bzw. der "Operation Granit" ein jähes Ende und stürzte uns unerwartet in die "Operation Verderben", doch der ÖAMTC und "Taxi Koala" brachten die Lösung für dieses Problem. So sitzen wir nun zu Hause, voll mit Eindrücken und Erinnerungen von 2 Wochen feinster Alpengaudi und warten auf das irgendwo herumgeisternde JM-Mobil...
Dienstag, 25. August 2009
Wildangerwochenende
Am Sa. um ca. halb 8 schleppte sich eine Karawane junger Sherpas vom Parkplatz der Griesneralm richtung Wildangerhütte! Ihr Tempo war nicht gerade schnell, hatten sie doch viel Verpflegung (Bier, Bier,Bier, Wein, Schnaps, Whiskey, Grillfleisch) für die bevorstehende Expediton mitzunehmen!
Dort angekommen teilte man die sogenannten "Expeditionsleiter" ein, die aus Simon, kloa Hechei, Reitei, Andi und Hias bestanden. Es wurden der Predigtstuhl ( Diretissima), die Fleischbank (Wiesner-Rossi, N- Grat) und das Totenkirchl (Fick Kamin, Nieberl Kamin und Südverschneidung) bestiegen. Nach diesem erfolgreichen Tourentag wurde natürlich wie immer kräftig gefeiert! Die einen länger die anderen (alkohol bedingt) kürzer! Ganz nach dem Motto: "What happens at the Wildanger, stays at the Wildanger!" Somit erliegt dieser Abend einmal mehr der Zensur!
Nach einer kurzen Nacht gestört durch diverse Schnarchatacken und gekackere der Mädls gings am So. für diejenigen, die nicht arbeitn mussten oder plötzlich erkrankt sind noch einmal zur Sache! Der Predigtstuhl (N-Kante) musste eine Plage von Jungmännes über sich ergehen lassen, auch der Fleischbank N-Grat wurde wieder "benützt"! Einzig und allein der Stripsenzahn konnte sich noch über uns freuen da wir ihn von lästigen Preissnkaries befreiten!
Abermals ein gelungener Tag! Im Nachhinein noch einmal Dank an der zahlreichen Teilnahme und des reibungslosen Ablaufes des gesamten We! Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder, bis dorthin:
BERG HEIL
Sonntag, 9. August 2009
Wildangerhütte 09
Kommendes Wochenende (15,16 Aug.) ist es wieder soweit:
Das alljährliche Alpinwochenende auf der Wildangerhütte!
Kurze Info: Kommen kann wer will. Die Hütte wird Samstag schon den ganzen Tag geöffnet sein! Am Abend ist dann eine Grillerei mit musikalischer Umrahmung aus Peru geplant! Sonntag, sollte das Wetter passen, herrliche Alpengaudi im Kaiser ;-)
Verpflegung, Hüttengebühr und ne portion gute Laune nicht vergessn!
Berg Heil bis dann!
Montag, 3. August 2009
Le belle Dolomiti
12 Seillängen später erreichen wir das Band in Wandmitte, und nach einer kurzen Rast in den Latschen machten wir uns an den oberen, lt. einschlägiger Fachliteratur und Expertenmeinung viel schöneren, Teil der Route. Dem können wir nur zustimmen, eine Seillänge übertrumpft die andere, anhaltende Schwierigkeiten bis 7- und zunehmende Ausgesetztheit lassen unsere Kletterherzen überschäumen, aber irgendwie scheint kein Ende in Sicht zu sein. Um 15 Uhr erreichen wir schlussendlich das Haupt des Torre Trieste, und wie solls auch anders sein – wir stecken voll im Nebel, also nix mit Panorama und so…
Montag, 20. Juli 2009
Immer wieder Stoaplott...





Kälte und Schnee, und dass im Juli - nicht gerade kletterfreundlich. Aber ein Alternativprogramm, dass es immer wieder ganz schön in sich hat und Adrenalin pur verspricht, war gleich gefunden: Die Steinplatte, unser Highlineparadies. Shorty, Claudia, Bombi, Pia, Eri und die Hechenberger-Brothers (wie es Shorty zu sagen pflegt: "Hechenberger-Brut") machten sich ans Eingemachte, die Line war gleich gespannt, und nach einer deftigen Portion "Penne in Rahmsauce" und einer nicht enden wollenden "wer geht als erster"- Frage, welche schlussendlich in feinster Manier durch Knobeln beantwortet wurde - so traf es den großen Hechei, nach einem Probesturz gings dann ans andere Ende. Auch der folgende Aspirant (kloa Hechei) konnte sich nach einem vertauensgewinnenden Sturz "durchsetzen". Dann war Highline-Neuling Shorty dran: Und siehe da, der stellt sich gar nicht blöd an und hat gleich mal eine neue Leidenschaft für sich entdeckt.
Die Hechenberger-Brut hatte noch nicht genug und stellte sich nochmals auf das ausgesetzte Band - mit Erfolg - und motiviert durch diesen gelungenen Tag im Zeichen der Balance haben wir uns auch gleich ein neues, längeres Highline-Projekt in den Kopf gesetzt...man darf gespannt sein!
Besten Dank an Shorty für die guten Fotos, der gute Mann wird ab jetzt als Highline-Fotograf eingestellt...
Mittwoch, 15. Juli 2009
Klettern in der Pala oder Wochenende im Nebel
Seis drum, das Wochenende hat sich (zumindest für 3 der 4 Mitstreiter) voll und ganz gelohnt. Die erste Nacht verbringen Eri und Hechei im Kofferraum des JM-Mobils, Chris und kloa-Hechei hatten etwas Angst vor einer Nacht unter freiem Himmel (trotz kältetauglicher Schlafsäcke) und bauten ein etwas desolates 30€-Zelt der Marke "Hofer" auf.
Tags darauf starteten wir, nachdem das Zelt verräumt war und andere frühmorgendliche Gewohnheiten erledigt waren, bei bestem Wetter Richtung Rifugio Treviso. Doch schon nach einer halben Stunde klagte Chris über Blasen, Grund dafür waren (anscheinend) die neuen Schuhe. Also abgeklebt und weiter. Nach 2,5 Stunden Zustieg erreichen wir den Wandfuss der Sass d'Ortiga Westkante. Das Wetter hat sich mittlerweile in einen verwirrenden Mix aus Sonne und Nebel geändert - sollte ja normal sein in der Pala. Über die "Wiessner-Kees"-Route steigen wir dem Gipfel entgegen, keine Haken, dafür umso mehr Sanduhren, fester, steiler und griffiger Fels, alles scheint perfekt zu sein - bis wir auf eine Gruppe Italiener stoßen, über 10 an der Zahl und eher langsam unterwegs. Somit verzögert sich die Ankunft am Gipfel erheblich, lange Wartezeiten im Nebel bei gar nicht so angenehmen Temperaturen waren die Folge. Beim Anblick der nicht vorhandenen Kletterkünste unserer italienischen Vorgänger fragt man sich, was die wohl in so einer Tour verloren haben?!? Nichtsdestotrotz erreichen wir den nebelverhangenen Sass d'Ortiga, und 2 Stunden später stehen wir wieder beim Auto und genießen eine Kneipp-Session im kühlen Gebirgsbachei.
Nach einer himmlischen Pizza und den üblichen Zutaten treten wir die abenteurerliche Fahrt zum Parkplatz der Velohütte an. "Bei schlechtem Zustand der Straße ist es ratsam, von San Martino zu Fuss dorthin zu gelangen", sagt uns der Führer, aber lieber gut gefahren als schlecht gegangen! Dank der hervorragenden Geländegängigkeit des JM-Mobils und den Fahrkünsten des dazugehörigen Piloten stehen wir - nach mehrmaligen lauten Krachen unter uns - am besagten Parkplatz und bereiten uns wieder auf die Nacht vor, Eri und Hechei wieder im "HOTEL Golf" und Chris und kloa-Hechei in der Pension "wackliger Wigwam".
Am nächsten Morgen starten wir bereits um 6:00 Uhr, doch leider muss der angeschlagene Chris auf Grund von blutigen Blasen an den Füßen w.o. geben und beim Auto bleiben, und das ohne Handy und sonstige Technik...armer Chris. Also starten die verbliebenen 3 Richtung Velohütte, nach 1 1/2h stehen wir oben und freuen uns darüber, dass nur 2 Seilschaften vor uns in die weltbekannte Schleierkante an der Cima della Madonna einsteigen. Und die Tour hält, was sie verspricht: Steil, fester und vor allem rauer Fels, wiederum mit unzähligen Sanduhren. Sogar die eher leichteren Seillängen sind ein einziger Genuss. Wäre da nicht die Kälte, der Nebel und der Wind, der den nachsteigenden (Eri und kloa-Hechei) in Form von dauernden Oanegl zu schaffen macht. Bei einem Wechselspiel aus Sonne und Nebel gehts schnell voran, und so erreichen wir auch bald den Gipfel der Cima della Madonna, wohlwissend, dass noch ein anspruchsvoller Abstieg der Art "Dolomiten" vor uns liegt. Und wie durch ein Wunder hat Chris den Tag ganz allein und ohne Technik am Parkplatz verbracht - und auch wohlbehalten überstanden.
Und die Moral von der Geschicht: Kletterst in der Pala, siehst die Sonne nicht!
Donnerstag, 9. Juli 2009
Einmal westliche Zinne und zurück bitte!
Nach 13 Seillängen mit einem mächtigen Pump in unseren Unterarmen legte sich die Wand endlich etwas zurück. Am Gipfelband angekommen gestaltete sich der weitere Routenverlauf als nicht nachvollziehbar. Da wir keinen Stand mehr fanden und auch sonstige Hilfsmittel (Haken usw.) entdeckten, folgten wir dem Verlauf des Bandes und suchten uns den Weg nach unten.
Donnerstag, 2. Juli 2009
Allein am Hörnli..
Nach einer nächtlichen Autofahrt begannen die Fränklis zu fließen: Parkgebühr, Zug nach Zermatt, Frühstück in Zermatt (bei McDonalds, aber auch der hat da heftige Preise), Bähnli zum Schwarzee, aber was tut man bzw. zahlt man nicht alles für so einen Anblick! Majestätisch steht es vor uns das Hörnli, nur eine kleine Wolkenfahne verdeckt den Gipfel. Unseren ursprünglichen Plan, den Zmuttgrat, haben wir gleich mal verworfen, zu viel Schnee ist noch am nordwestlich gerichteten Grat. Also beschließen wir, den "Normalweg" über den Hörnligrat anzugehen, und hofften auf nicht allzu viele Weggefährten am Seil der Schweizer Bergführer.
Auf der Hörnlihütte angekommen war die Überraschung riesengroß und irgendwie kaum zu glauben: Wir sind die einzigen da oben! Für ein paar wenige Fränklis checken wir ein und genießen den restlichen Nachmittag, eine Dose Bier und eine Flasche Sprite um 14 Franken dürfen da natürlich nicht fehlen. Auch zum Auschecken des ersten Teils unseres Zieles bleibt noch Zeit, und siehe da, es stimmt einfach was alle sagen: Schwer zu finden das Ganze! Ein abendliches Gewitter kann uns die Stimmung auch nicht vermiesen, die Prognose für den morgigen Tag verspricht super Wetter.
Nach einem ausgiebigen Abendessen begeben wir uns mit einem Bauchmuskelkater (beim Essen wars ziemlich lustig) ins eiskalte Lager, und wenige Stunden später scheppert der Wecker. Der Strom wurde uns natürlich abgeschalten, ist ja klar, bei solch billigen Nächtigungspreisen müssen die ein wenig aufs Geld schauen, und so mussten das Frühstück und der Morgenschiss im Schein der Stirnlampen vollbracht werden. Vollmotiviert starten wir ins Abenteuer, trotz der Erkundung vom letzten Tag schlagen wir einige Male den falschen Weg ein, bei Einbruch der Morgendämmerung sind wir schon weit oben, und etwas später erleben wir einen eindruckvollen Sonnenaufgang, die Walliser Bergwelt zeigt sich von der besten Seite. Kurz unter der Solvayhütte zeigen sich die Reste des Winters: Schneefelder, eisüberzogene Felsen, also raus mit den Steigeisen (bis zum Gipfel sind wir die Dinger auch nicht mehr losgeworden). Die Fixseile oberhalb der Schulter verlangen einiges an Armkraft, und das Firnfeld vor dem Gipfel ist nicht zu unterschätzen. Und plötzlich stehen wir oben, bei bester Fernsicht und vor allem aber mutterseelenallein. Die Gipfelfreuden dauern nicht lange, wenige Minuten später beginnen Wolken aufzuziehen, welche uns während des Abstiegs weiterverfolgten. Auch Donnergrollen war zu hören, gott sei Dank blieben wir davon verschont. Der Abstieg hatte es ganz schön in sich, vor allem die von der Sonne aufgeweichten Schneereste waren heikel, das ständige Klettern mit Steigeisen ging schönlangsam in die Unterschenkel.
Am Nachmittag trafen wir wieder auf der Hütte ein, und die letzte Talfahrt mit der Gondel ging sich auch noch aus. Alles in allem eine durchgehend anspruchsvolle (eigentlich fast kein Gehgelände), lange (ca. 1300Hm, Kletterlänge noch viel mehr) und vollste Konzentration erfordernde Tour auf einen eindrucksvollen Gipfel, und wir durften das Ganze ohne Trubel und Stress erleben.